Früher Ausstieg aus Solarwerten drückt auf die Wertentwicklung
Nebenwertefonds von FPM verliert an Boden

Martin Wirth und Manfred Piontke waren lange vom Erfolg verwöhnt. Mit ihrem 2001 aufgelegten Aktienfonds FPM Stockpicker Germany All Cap ließen die Gründer der Frankfurt Performance Management AG in den Anfangsjahren sämtliche Konkurrenten hinter sich.

HAMBURG. Als das Volumen 250 Mill. Euro überstieg, wurde der Fonds im Januar 2005 für Neuanleger geschlossen. Der Ende 2004 gestartete Nachfolger FPM Stockpicker Germany Small/Mid Caps entwickelte sich ebenfalls schnell zum Anlegerliebling und ist seit einem Jahr nur noch über die Börse erhältlich.

Vor diesem Hintergrund fällt der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 17 deutschen Nebenwerte-Fonds überraschend aus. Mit einem Zuwachs von 9,6 Prozent belegt der FPM Stockpicker Germany Small/Mid Caps lediglich Rang 14 (siehe Tabelle). "Weil uns die Bewertungen überhöht erschienen, haben wir unser Engagement in alternativen Energien und konjunkturempfindlichen Titeln im vierten Quartal 2005 deutlich reduziert", erläutert Piontke. Die Strategie ging nicht auf, die Wertentwicklung des nur 38 Titel umfassenden Portfolios litt spürbar unter dieser Entscheidung.

Mut zur Konzentration beweist auch Albrecht von Witzleben - allerdings zuletzt mit mehr Erfolg. Der in London ansässige Vermögensverwalter hält im von ihm betreuten Nebenwerte-Fonds Deutsche Aktien Total Return derzeit lediglich 35 Aktien. Der im Frühjahr 2005 bei der Landesbank Rheinland-Pfalz International (LRI) in Luxemburg aufgelegte Fonds belegt derzeit mit einem Wertzuwachs von 34,02 Prozent den Spitzenplatz innerhalb seiner Vergleichsgruppe. "Wir haben unter anderem von der sehr erfolgreichen Entwicklung von Klöckner & Co. und Conti profitiert, begründet von Witzleben das gute Abschneiden. Zudem sei dem Fonds zugute gekommen, dass er flexibel auf Renten, Aktien und Kasse setzen könne. So habe er im Mai die Kasseposition rechtzeitig vor den Kursstürzen auf rund 20 Prozent hochgefahren, erläutert der LRI-Berater.

Diesen flexiblen Ansatz sehen einige Experten aus Gründen der Produktklarheit jedoch kritisch. "Der Deutsche Aktien Total Return erinnert in seiner Konzeption eher an einen Misch- als an einen Nebenwertefonds", kritisiert zum Beispiel Björn Drescher, Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier". Zudem könne von Witzleben in ungünstigen Marktphasen auch auf die in der Regel stabileren Dax-Werte ausweichen. "Der Fonds lässt sich daher nur bedingt mit einem reinen Nebenwerteprodukt wie dem FPM Stockpicker Germany Small/Mid Cap vergleichen", urteilt Drescher. Das FPM-Produkt hält er trotz der jüngsten Performance-Schwäche weiter für "eine gute Wahl".

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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