Für die heimische Kinowirtschaft
Filmproduzenten fordern steuervergünstigte Medienfonds

Deutsche Kinoproduzenten fordern neue Steuerbestimmungen zur Unterstützung der heimischen Filmindustrie.

HB BERLIN. Steuervergünstigte Medienfonds aus Deutschland sollten verpflichtet werden, einen Teil ihres Geldes in die deutsche Filmwirtschaft zu investieren, sagte die Generalsekretärin der Produzentengemeinschaft film20, Georgia Tornow, der dpa am Donnerstag in Berlin. Aus der Bundesrepublik seien 2003 rund 1,7 Milliarden Euro in Hollywood angelegt worden. „Wir sind Weltmeister im Sammeln von Kapital für das US-Kino“, sagte Tornow.

Die Anleger könnten dabei die Verluste zu Lasten der Steuerzahler beim deutschen Finanzamt abschreiben, für die deutsche Filmindustrie bleibe nichts übrig. Bei der traditionellen Filmförderung zeichne sich angesichts der öffentlichen Finanzmisere „das Ende der Fahnenstange ab“, sagte Tornow.

Auf der Medienkonferenz Babelsberg 2004 am Donnerstag forderte film20 Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf, sich dafür einzusetzen, dass Anlagen in deutsche Medienfonds auch nach Deutschland zurückfließen müssen. Steuervergünstigungen seien in Europa das wichtigste Instrument, die Branche zu entwickenn und Koproduktionen anzustoßen, heißt es in der Erklärung.

Mit der Auflage, einen Teil der Gelder für Medienanlagen in Deutschland auszugeben („German Spend“), könnte die Filmproduktion deutlich angekurbelt werden. „Wir haben das Standbein Filmförderung, jetzt müssen wir das zweite Standbein „Steueranreiz mit German Spend“ schaffen“, sagte die film20-Generalsekretärin. „Konservativ gerechnet können wir damit die Beschäftigung in den angrenzenden Branchen und in den Filmstudios verdreifachen“.

Vorbild für das Steuermodell von film20 ist das britische System, das seit 1997 die ausländischen Filminvestitionen in Großbritannien auf 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2003 fast verdreifacht hat. „Damit könnte auch ein Teil der etwa 150 bis 200 Filmproduktionen, die an keinen Standort gebunden sind, nach Deutschland geholt werden“, sagte Tornow. Beispiele seien die Oscar-Gewinner „Cold Mountain“ (Rumänien), „Herr der Ringe“ (Neuseeland) oder „Gangs of New York“ (Rom).

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