Für jede Vermögensgröße gibt es geeignete Fonds als Anlagen
Investmenthäuser entdecken Stiftungen als Kundengruppe

Stiftungen werden für Investmenthäuser eine attraktive Kundengruppe. Immer mehr dieser Zweckgesellschaften wollten ihre Geldanlage in professionelle Hände geben, sagt Bernd Haferstock, Leiter Investment Consulting bei der Unternehmensberatung Heissmann. „Der Trend hin zu externem Vermögens- Management dürfte sich folglich verstärken“, meint der auf Stiftungen spezialisierte Berater.

FRANKFURT/M. Kleineren Stiftungen böten ihre Bankberater auch Publikumsfonds an, bei größeren dominierten Spezialfonds. Hier sehen Investmenthäuser immenses Potenzial: Denn bislang steckten weniger als fünf Prozent des Finanzvermögens der Stiftungen von insgesamt 30 bis 40 Mrd. Euro in Fonds, schätzt Manfred Müller, Leiter des Privatkundengeschäfts von F & C Management.

Für den steigenden Bedarf an professioneller Beratung sehen Experten im wesentlichen drei Gründe: Erstens explodiert die Zahl der Stiftungen in Deutschland. Wurden 1990 noch knapp 200 Stiftungen im Jahr gegründet, seien es 2002 fast 800 gewesen, sagt Müller. „Es gibt viele Leute, die Geld haben und etwas tun wollen“, erklärt Haferstock den Gründungsboom. Und der Großteil der über 12000 Stiftungen im Land vereint ein kleineres Vermögen auf sich: 60 Prozent verwalten ein Vermögen von weniger als 500 000 Euro, nur drei Prozent mehr als 50 Mill. Euro. Gerade die große Zahl junger, kleiner Stiftungen lässt die Fondsbranche auf neues Geschäft hoffen: „In einem Fonds, der die wichtigsten Anlagearten in einem Produkt abdeckt, können junge Stiftungen zunächst einmal Geld sammeln“, sagt Tim Kövenig, Managing Director bei der Deutsche Bank-Tochter DWS. Denn viele Stifter brächten zunächst kleinere Summen von 50 000 bis 100 000 Euro ein, ergänzt Müller.

Viele Stiftungsvorstände wollten nach den Erfahrungen mit der jüngsten Börsenbaisse zweitens professionelle Beratung. Da aber immer noch „80 Prozent der Stiftungen ihre Kapitalanlage selbst und oft aus dem Bauch heraus gestalten“, erkennt Stiftungsberater Karl-Heinz Nagel von KaNa ein großes Potenzial für Vermögensberater und -verwalter.

Drittens erzielen die Kapitalsammelstellen bei den aktuell relativ niedrigen Zinsen mit schlichten Anlagen wie Anleihen nicht genügend Rendite, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. „Drei bis fünf Prozent Rendite brauchen die Stiftungen typischerweise im Jahr für ihre Verpflichtungen“, sagt Hauck. Gerade ältere Stiftungen hätten Probleme, wenn sie vor Jahren auf Basis hoher Zinserträge langfristige Verpflichtungen von bis zu sechs Prozent im Jahr eingegangen seien, sagt Kövenig.

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