Fund Award 2009
Die besten Fonds: Passiv schlägt aktiv

Der US-Fondsanbieter State Street gewinnt den renommierten Morningstar Award 2009 als beste Gesellschaft. Damit trägt erstmals ein Indexfondsspezialist de Sieg in der Köniogsklasse des "Fonds-Awards" davon. Für die aktiven Fondsverwalter ist das eine herbe Niederlage. Gerade in schwierigen Zeiten hätten sie Anleger mit einer geschickten Strategie ein paar Verluste ersparen sollen.

FRANKFURT. Die Überraschung ist Werner Hedrich ins Gesicht geschrieben. "Es ist fast unglaublich, dass sich Indexfonds im vergangenen Jahr inmitten des Crashs an den Aktienmärkten so überdurchschnittlich gut geschlagen haben. Und auch auf der Anleiheseite ist das Bild positiv." Kaum jemand kann dies besser beurteilen als der ehemalige Investmentbanker. Denn Hedrich leitet das Research bei der deutschen Tochter des US-Fondsratinghauses Morningstar. Damit hat er Zugriff auf einen gigantischen Datenpool, der ihm genaue Informationen zu über 21 000 Fondsanteilsklassen und 9 000 Fonds liefert.

Monatelang haben der Fondsanalyst und sein Team die Rechner mit Zahlen gefüttert, Auswertungen vorgenommen und nach einem ausgeklügelten System Punkte vergeben. Am Ende stand der Hauptgewinner des Morningstar Fund Award 2009 eindeutig fest: State Street Global Advisors. Das US-Fondshaus erklimmt Platz eins als bester Vermögensverwalter über alle Anlageklassen hinweg und heimst damit den wichtigsten Preis der Investmentbranche ein. Eine Stufe tiefer auf dem Siegertreppchen folgt gleich der ärgste Konkurrent von State Street: Barclays Global Investors - genauer gesagt, die Barclays-Sparte iShares, Spezialist für börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF).

"2008 war sicherlich kein Ruhmesjahr für die aktiven Verwalter", kommentiert iShares- Deutschlandchef Dirk Klee den Doppelsieg der Indexfondsanbieter. Fest steht: Passive Fonds, die mit ihrem Portfolio die Struktur wichtiger Börsenindizes lediglich nachbilden, haben ihren Härtetest bestanden. Denn in der Finanzkrise hat sich ihre vermeintliche Schwäche als Pluspunkt erwiesen - zumindest relativ gesehen. Sie haben zwar die Kurseinbrüche an den Weltbörsen voll mitgemacht. Damit stehen sie aber meistens immer noch besser da als aktiv verwaltete Fonds, deren Anlagebilanz in vielen Fällen verheerend ausfällt.

Kein Wunder also, dass Indexprodukte die Ranglisten in den einzelnen Kategorien des "Fonds-Awards" ebenso beherrschen wie den Wettbewerb der Top-Häuser. Steht der Investmentbranche damit ein Paradigmenwechsel bevor? Fest steht jedenfalls, dass viele Top-Manager, die lange Zeit wie Stars vermarktet wurden, den Beweis schuldig geblieben sind, auch dann ein gutes Händchen zu haben, wenn an den Finanzmärkten der Wind ungemütlich von vorn kommt. Die erfolgsverwöhnten aktiven Gesellschaften werden in den kommenden Jahren alle Hände voll zu tun haben, den in der Börsenkrise verloren gegangenen Boden wieder gutzumachen.

"Viele Anbieter aktiv verwalteter Fonds orientieren sich zu sehr an einem selbst gewählten Index. Dadurch können sie sich kaum abheben von den passiven Fonds", analysiert Anne Connelly, Deutschland-Chefin bei Morningstar, die Award-Ergebnisse. Die Folge: Wer die niedrigsten Kosten hat und damit netto das beste Anlageergebnis erzielt, hat am Ende die Nase vorn.

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