Fusion
Merrill gibt Fondssparte ab

Die große Investmentbank Merrill Lynch wird ihre Fondssparte für einen 49,8-prozentigen Anteil am US-Bondmanager Blackrock eintauschen. Der 53-jährige Blackrock-Chef Laurence Fink wird als Chief Executive Officer auch die neue Gesellschaft führen – unter dem gleichen Firmennamen. Er gilt als Erfolgsmensch, denn er konnte das Vermögen seiner Firma in den vergangenen vier Jahren auf jetzt 453 Mrd. Dollar verdoppeln.

FRANKFURT. „Ich habe bisher immer gesagt, Merger funktionieren in der Regel nicht“, erläuterte Fink in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er ergänzte jedoch sofort: „Aber ich bin fest vom Gelingen dieser Transaktion überzeugt.“ Die Börsianer haben den Deal bereits bewertet, wenn man die Kursentwicklungen der beiden börsennotierten Häuser zugrunde legt. Der Blackrock-Kurs gewann rund ein Zehntel, nachdem die Aktie schon im vergangenen Jahr drei Viertel an Wert zugelegt hatte. Dagegen kam die Merrill-Notierung kaum vom Fleck.

Im Gremium der Entscheidungsträger, dem Board, sollen unabhängige Direktoren die Mehrheit stellen. Eine endgültige Übereinkunft über den Deal, über den seit einigen Tagen spekuliert wurde, erzielten die Vertreter der beiden beteiligten börsennotierten Gesellschaften gestern. Die Transaktion soll den Plänen zufolge im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Mit ihr verändern sich die Eigentümerverhältnisse. Die PNC Financial Services Group, die Blackrock 1995 kaufte und die mit einer Mehrheit von 70 Prozent an der Firma beteiligt ist, wird an der neuen Gesellschaft 34 Prozent halten. Merrill wird auf 49,8 Prozent kommen. Die restlichen Anteile entfallen auf Beschäftigte und freie Aktionäre. Der bisherige Chef von Merrill Lynch Investment Managers, Robert Doll, soll unter anderem die Aktiengeschäfte verantworten.

Der aktuelle Zusammenschluss ist der bisher größte in der Asset-Management-Branche. Erst im vergangenen Jahr hatte der US-Verwalter Legg Mason die Vermögenverwaltungssparte der Citigroup im Tausch gegen die eigene Brokersparte erworben. Die Merrill-Blackrock-Kombination übersteigt allerdings noch das neue Legg-Mason-Vermögen von etwa 850 Mrd. Dollar. Merrill bringt 544, Blackrock etwa 453 Mrd. Dollar in die neue und dann unter den „Top Ten“ rangierende Gesellschaft ein. International stehen nur wenige Häuser vor der neuen Blackrock. Gemessen am verwalteten Vermögen liegen Barclays Global Investors und State Street Global Advisors auf den ersten Plätzen.

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