Gebühren für aktiv handelnde Fonds steigen
Arbeit der Profis wird teurer

Die Gebühren für das Anlagemanagement driften immer weiter auseinander. Bei den auf hohe Rendite zielenden Produkten steigen die Preise, während bei den ohnehin günstigeren Indexfonds die Sätze noch weiter fallen. „Wir sehen eine starke Polarisierung zwischen diesen beiden Anlagekonzepten, sowohl in den USA als auch In Europa“, unterstreicht Don Phillips, Leiter Research bei der Analysegesellschaft Morningstar in Chicago.

FRANKFURT. Nach einer Analyse des Datenanbieters Lipper sind beispielsweise die jährlichen Gesamtgebühren der in Luxemburg aufgelegten und aktiv gemanagten Aktienfonds in den vergangenen Jahren kontinuierlich von 1,60 auf 1,81 Prozent gestiegen. Der Großteil davon entfällt auf die Managementgebühr als Entgelt für das Portfoliomanagement. Im Gegenzug fielen die Gesamtgebühren für Indexfonds von 1,12 auf 0,94 Prozent. Luxemburg dient vielen Gesellschaften als Drehscheibe für den europaweiten Absatz. Auch deutsche Häuser nutzen den Standort sehr stark.

Bei den aktiv gemanagten Fonds, die eine Mehrrendite gegenüber einem Index erzielen wollen, nennt Lipper-Analyst Ed Moisson mehrere Gründe für den Gebührenanstieg. „Der Trend geht zu komplexeren Produkten etwa mit Derivateeinsatz, das ist kostspieliger, daneben steigt der Gebührenanteil für die Vertreiber“, sagt der Experte aus London. Am anderen Ende des Produktspektrums, bei den Indexfonds, läuft der Trend mit fallenden Gebühren in die entgegen gesetzte Richtung. „Da spielt der Wettbewerb durch die börsengehandelte Variante der Indexfonds eine Rolle“, sagt Klaus Martini, Leiter Anlagestrategie für die Privatkunden der Deutschen Bank.

Der Trend zur Depotdifferenzierung stützt die Entwicklung. Immer häufiger unterteilen insbesondere Großanleger ihre Depots: in ein Basisportfolio mit überschaubarem Risiko, das häufig mit Indexprodukten aufgefüllt wird, und einen Risikoteil, in dem aktives Management gezielt Mehrrenditen erwirtschaften soll. Die Anbieter von Indexprodukten konkurrieren über die Gebührenhöhe, während Renditejäger für den angestrebten höheren Ertrag auch höhere Gebühren verlangen.

Über den zukünftigen Trend in Europa sind die Experten durchaus unterschiedlicher Meinung. So sagt Jean-Baptiste de Franssu, Leiter des Europageschäftes bei der Fondsgesellschaft Invesco in Paris: „Wir sollten das Ende der Fahnenstange erreicht haben.“ Er erwartet im kommenden Jahr beispielsweise Erleichterungen für Fondsfusionen, was den Verwaltern die Verschmelzung kleiner und deshalb meist teurer Produkte erleichtern würde. Zumindest die Preissensibilität auf seiten der Investoren erhöhen dürfte nach Ansicht anderer Fachleute die anstehende EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid mit ihrer Forderung nach einer größeren Transparenz der Gebühren sorgen.

Peter Schwicht, Leiter des Deutschlandgeschäftes bei JPMorgan Asset Management, sieht die Entwicklung anders: „Wir werden wohl weiterhin steigende Gebühren bei den aktiv verwalteten Fonds sehen, auch mit einem steigenden Anteil an erfolgsabhängigen Vergütungen.“ Morningstar-Mann Phillips erwartet denkt ähnlich und urteilt deshalb durchaus kritisch: „Europa geht einen Weg in Richtung teurer Produkte.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%