Gebührenstreit bei Fonds
Abmahnung für Deka und Union

Die Gebühren für deutsche Fonds sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Jetzt mahnen Verbraucherschützer die Fondsgesellschaften wegen unlauterer Entgelte ab. Wofür Kunden alles zahlen müssen.
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DüsseldorfAnfang Mai erhielten die Geschäftsführer der Deka und Union Investment Post von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Inhalt der im fordernden Ton aufgesetzten Schreiben dürfte bei den Chefs der Fondsgesellschaften nicht gerade für gute Laune gesorgt haben.

Die Verbraucherschützer schickten eine Abmahnung, fordern von beiden Gesellschaften eine Unterlassungserklärung, dass sie mehrere Klauseln in den Geschäftsbedingungen einiger ihrer besonders häufig vertriebenen Fonds in Zukunft nicht mehr verwenden.

Die beanstandeten Klauseln beziehen sich auf sogenannte Performance Fees, erfolgsabhängige Gebühren, die Kunden zahlen müssen, wenn das Fondsmanagement selbst gesteckte Ziele erreicht. In den vergangenen Jahren führten immer mehr deutsche Fondsgesellschaften diese Gebühren ein, die früher vor allem bei Produkten für institutionelle Anleger üblich waren. „Professionelle Investoren begrüßen solche Fees, da sie die Interessen der Anleger und der Fondsmanager sinnvoll miteinander verknüpfen können,“ sagt etwa Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI.

Die Verbraucherschützer sehen das anders. „Die vermeintlichen Erfolgsgebühren sind häufig völlig intransparent und werden teils auch bei Verlusten fällig“, sagt Markus Feck, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale NRW. Ärgerlich: Einige Gesellschaften haben die Gebühren kurz nach der Baisse im Jahr 2009 eingeführt. In der Hausse der vergangenen Jahre entstanden so Kosten für die Anleger, die vorher hohe Wertverluste ihrer Fonds hinnehmen mussten.

Nach Aussagen eines Branchenkenners haben viele Gesellschaften die Erfolgsgebühren vor allem deswegen eingeführt, weil die Verkäufer immer gieriger wurden. Der komplette Ausgabeausschlag sowie ein guter Teil der Verwaltungsgebühren würden nicht bei den Gesellschaften sondern bei den Vertrieben landen. Die Performance Fee bleibt dagegen in der Regel bei den Fondsgesellschaften. „Nur so können die Gesellschaften ihre Erträge halbwegs sichern“, sagt der Branchenkenner. „Für den Kunden wird es in der Summe teurer“.

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  • KUNDEN MÜSEN SICH LAR WERDEN, DASS SIE (WENN NICHT GERADE MILLIONÄR) ES IN DERBANK / SPASSKASSE KEINE "ECHTE" BERATUNG, SONDERN LEDIGLICH VEKAUF GIBT. WER DEN UNTESCHIED NICH KENNT, DAF GETROST WEITER BEI MEDIA MARKT & CO. KONSUMIEREN! DER REST WEISS WAS "BERATUNG" IST UND WAS MAN DA FORDERN KANN UND BEKOMMT.
    .
    VERSCHONT UNS ZUKÜNFTIG MIT GEJAMMER, WENN DAS GELD MAL WIEDER IN EINEM FOND, COBOLD ODER COLIBRIVERSCHWINDET.
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    WARUM TRAUT IHR DENBANKEN HEUTE NACH DER FINANZKRISE IMMER NOCH? WARUM? DIE BANK VON "DAMALS" GIBT ES NICHT MEHR!

    HEUTE GIBT ES VERKAUF AM SHALTER. GUTE BERATUNG IST DEN MILLONÄREN VORBEHALTEN. ODER HAT SIE DER SPASSKASSENDIREKTOR SCHON MAL PERSÖNLICH AUFGESUCHT? SIE SEHEN WIE WICHTIGSIE SIND! :-)))))))))))))))))))))))
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    Lasst euch am Besten weiter verarschen...
    ... ihr verdient es nicht anderst!

  • Immer das Selbe: die Bankster bekommen den Gierschlund nicht voll genug und meinen der kleine dumme Anleger soll auch noch sein letzten Geld für sie aufwenden müssen!
    .
    STOPP!
    KEINE FONDS MEHR BEI DEKA und
    UNION KAUFEN!!!

    anm: ansonsten honoriert ihr dieses schändliche treiben ja geradezu! die jungs sollen erst mal wieder Performance sauber und ehrlich vorweisen und nicht nur zu Abzockern mutiern... im übrigen ist die DEKA in Frankfurt wohl ein angenehmer Laden, den Eindruck erhält man, wenn man die Mitarbeiter dort stören muss... aber wie bekannt: der fisc stinkt vom kope her

  • Nachdem ich selbst schon mal in der Verlegenheit war, DEKA-Fonds verkaufen zu müssen, will ich nicht weiter mit Insiderwissen aufwarten. Allerdings rate ich meinen Kunden heute eher davon ab! Wie man weiss, müssen Sparkassler und Vertreter der LBS und BAYERN-VERSICHERUNG / VERSICHERUNGSKAMMER BAYERN und abgeschlossene Unternehmen diese Fonds unters Volk klopfen... und so kommt es das Tante Erna und Opa Horst dann ganz kuriose Fonds im Depot (der Spasskasse aus Stadt und Kresi) im Depot liegen haben. Kommt Oma Erna drauf dass da was nicht ordentlic sein kann, wird sie bei der KreisPassKasse mit einem Essensgutschein um die Ecke beruhigt und abgefertigt...

    Die Banken und Spasskassen, sollten sich wieder auf Ihr ureigenstes Geschäft konzentrieren und die Mitarbeiter nicht nötigen Bausparverträge, Versicherungen und Fonds auf Teufel komm raus per Umsatzvorgaben verkloppen zu müssen...

    Wenn jeder nur das tut' was er "kann" bekommen wir auch wieder die altbekannte zurückersehnte Qualität und können auf die Bankster wieder vertrauensvoll zugehen...

    Im Übrigen mangelt es einigen noch zu BASEL.....


    PS: Dass die Hypo-Vereinsbank (nur Nürnberg?) bei Schwarzgeld-Transfers, Geldwäsche und Co. bedeutet für die Justizministerin Merk einen schnell-geforderten RÜcktritt aus allen Ämtern und bei der Hypo-Vereinsabnk (neben angemessenen Strafen) eine Personal-Total.Rasur!
    Alles andere wäre Volksverarschung!
    (und das gilt auch düe die Steuersache "Hoeneß", den Fußball in diesem Zusammenhang bitte auch extrahieren nur die Straftaten zählen in diesen Fällen!

    Kein
    Fußball
    Narr

    grüßt!

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