Gebührenstreit bei Fonds

Abmahnung für Deka und Union

Die Gebühren für deutsche Fonds sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Jetzt mahnen Verbraucherschützer die Fondsgesellschaften wegen unlauterer Entgelte ab. Wofür Kunden alles zahlen müssen.
14 Kommentare
Abgemahnt: Deka ist die Fondgesellschaft der Sparkassen. Quelle: ap

Abgemahnt: Deka ist die Fondgesellschaft der Sparkassen.

(Foto: ap)

DüsseldorfAnfang Mai erhielten die Geschäftsführer der Deka und Union Investment Post von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Inhalt der im fordernden Ton aufgesetzten Schreiben dürfte bei den Chefs der Fondsgesellschaften nicht gerade für gute Laune gesorgt haben.

Die Verbraucherschützer schickten eine Abmahnung, fordern von beiden Gesellschaften eine Unterlassungserklärung, dass sie mehrere Klauseln in den Geschäftsbedingungen einiger ihrer besonders häufig vertriebenen Fonds in Zukunft nicht mehr verwenden.

Die beanstandeten Klauseln beziehen sich auf sogenannte Performance Fees, erfolgsabhängige Gebühren, die Kunden zahlen müssen, wenn das Fondsmanagement selbst gesteckte Ziele erreicht. In den vergangenen Jahren führten immer mehr deutsche Fondsgesellschaften diese Gebühren ein, die früher vor allem bei Produkten für institutionelle Anleger üblich waren. „Professionelle Investoren begrüßen solche Fees, da sie die Interessen der Anleger und der Fondsmanager sinnvoll miteinander verknüpfen können,“ sagt etwa Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI.

Die Verbraucherschützer sehen das anders. „Die vermeintlichen Erfolgsgebühren sind häufig völlig intransparent und werden teils auch bei Verlusten fällig“, sagt Markus Feck, Rechtsanwalt bei der Verbraucherzentrale NRW. Ärgerlich: Einige Gesellschaften haben die Gebühren kurz nach der Baisse im Jahr 2009 eingeführt. In der Hausse der vergangenen Jahre entstanden so Kosten für die Anleger, die vorher hohe Wertverluste ihrer Fonds hinnehmen mussten.

Nach Aussagen eines Branchenkenners haben viele Gesellschaften die Erfolgsgebühren vor allem deswegen eingeführt, weil die Verkäufer immer gieriger wurden. Der komplette Ausgabeausschlag sowie ein guter Teil der Verwaltungsgebühren würden nicht bei den Gesellschaften sondern bei den Vertrieben landen. Die Performance Fee bleibt dagegen in der Regel bei den Fondsgesellschaften. „Nur so können die Gesellschaften ihre Erträge halbwegs sichern“, sagt der Branchenkenner. „Für den Kunden wird es in der Summe teurer“.

Kosten für Fonds steigen
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Gebührenstreit bei Fonds - Abmahnung für Deka und Union

14 Kommentare zu "Gebührenstreit bei Fonds: Abmahnung für Deka und Union"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • KUNDEN MÜSEN SICH LAR WERDEN, DASS SIE (WENN NICHT GERADE MILLIONÄR) ES IN DERBANK / SPASSKASSE KEINE "ECHTE" BERATUNG, SONDERN LEDIGLICH VEKAUF GIBT. WER DEN UNTESCHIED NICH KENNT, DAF GETROST WEITER BEI MEDIA MARKT & CO. KONSUMIEREN! DER REST WEISS WAS "BERATUNG" IST UND WAS MAN DA FORDERN KANN UND BEKOMMT.
    .
    VERSCHONT UNS ZUKÜNFTIG MIT GEJAMMER, WENN DAS GELD MAL WIEDER IN EINEM FOND, COBOLD ODER COLIBRIVERSCHWINDET.
    .
    WARUM TRAUT IHR DENBANKEN HEUTE NACH DER FINANZKRISE IMMER NOCH? WARUM? DIE BANK VON "DAMALS" GIBT ES NICHT MEHR!

    HEUTE GIBT ES VERKAUF AM SHALTER. GUTE BERATUNG IST DEN MILLONÄREN VORBEHALTEN. ODER HAT SIE DER SPASSKASSENDIREKTOR SCHON MAL PERSÖNLICH AUFGESUCHT? SIE SEHEN WIE WICHTIGSIE SIND! :-)))))))))))))))))))))))
    .
    Lasst euch am Besten weiter verarschen...
    ... ihr verdient es nicht anderst!

  • Immer das Selbe: die Bankster bekommen den Gierschlund nicht voll genug und meinen der kleine dumme Anleger soll auch noch sein letzten Geld für sie aufwenden müssen!
    .
    STOPP!
    KEINE FONDS MEHR BEI DEKA und
    UNION KAUFEN!!!

    anm: ansonsten honoriert ihr dieses schändliche treiben ja geradezu! die jungs sollen erst mal wieder Performance sauber und ehrlich vorweisen und nicht nur zu Abzockern mutiern... im übrigen ist die DEKA in Frankfurt wohl ein angenehmer Laden, den Eindruck erhält man, wenn man die Mitarbeiter dort stören muss... aber wie bekannt: der fisc stinkt vom kope her

  • Nachdem ich selbst schon mal in der Verlegenheit war, DEKA-Fonds verkaufen zu müssen, will ich nicht weiter mit Insiderwissen aufwarten. Allerdings rate ich meinen Kunden heute eher davon ab! Wie man weiss, müssen Sparkassler und Vertreter der LBS und BAYERN-VERSICHERUNG / VERSICHERUNGSKAMMER BAYERN und abgeschlossene Unternehmen diese Fonds unters Volk klopfen... und so kommt es das Tante Erna und Opa Horst dann ganz kuriose Fonds im Depot (der Spasskasse aus Stadt und Kresi) im Depot liegen haben. Kommt Oma Erna drauf dass da was nicht ordentlic sein kann, wird sie bei der KreisPassKasse mit einem Essensgutschein um die Ecke beruhigt und abgefertigt...

    Die Banken und Spasskassen, sollten sich wieder auf Ihr ureigenstes Geschäft konzentrieren und die Mitarbeiter nicht nötigen Bausparverträge, Versicherungen und Fonds auf Teufel komm raus per Umsatzvorgaben verkloppen zu müssen...

    Wenn jeder nur das tut' was er "kann" bekommen wir auch wieder die altbekannte zurückersehnte Qualität und können auf die Bankster wieder vertrauensvoll zugehen...

    Im Übrigen mangelt es einigen noch zu BASEL.....


    PS: Dass die Hypo-Vereinsbank (nur Nürnberg?) bei Schwarzgeld-Transfers, Geldwäsche und Co. bedeutet für die Justizministerin Merk einen schnell-geforderten RÜcktritt aus allen Ämtern und bei der Hypo-Vereinsabnk (neben angemessenen Strafen) eine Personal-Total.Rasur!
    Alles andere wäre Volksverarschung!
    (und das gilt auch düe die Steuersache "Hoeneß", den Fußball in diesem Zusammenhang bitte auch extrahieren nur die Straftaten zählen in diesen Fällen!

    Kein
    Fußball
    Narr

    grüßt!

  • KRUPPSTAHL
    DIE ANLAGEBERATER DR BANKEN WERDEN MIT BONIS FÜR DEN FONDVERKAUF BELOHNT, WEIL DIE SPARKASSE NOCH DIE VERSTECKTEN
    KICK BACK´S VOM EMITENTEN DEKA; UNI, DWS USW. BEKOMMT.
    FÜR LEO KUNDEN ( LEICHT ERREICHBAR KUNDEN ) IST DIES EINE ABZOCKE: FINGER DAVON.
    IM RECHTSSTREIT WAR NUR IM VERGLEICH ETWA DIE HÄLFTE DES VERLUSTES ZU BEKOMMEN.

  • Die Sparkassenfonds werden von bonigesteuerten Sparkassenmitarbeitern mit Lug u. Trug verkauft.
    Dies ist für unerfahrene LEO Kunden ( Leicht erreichbare Opfer ) ein Gebühren und Anlagefiasko.
    Kruppstahl.

  • Seit dem DEKA-Immo-Skandal, ist der Verein für mich jedenfalls gestorben! Der Fisch sinkt vom Kope her meine Herren Vorstände (Frankfurt) und Vorsitzende (München)...
    .
    GUTE NACHT!
    .
    .
    PS: Das lockere Arbeitsklima in Frankfurt scheint mit ein Grund zu Kunden nachhaltig zu rasieren...

  • Man muß die Kosten nach Steuern (die Kosten sind in D Privatvergnügen!) vergleichen mit den Kosten, die man bei Selbstverwaltung seines diversifizierten Portfolios incl Rückerstattungsprozeduren für ausländische Quellensteuern hätte (die deutsche Finanzverwaltung ist inzwischen der Meinung, DBA hin, DBA her, die Anrechnung von im Ausland bezahlter Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungssteuer nicht länger vornehmen zu müssen, das soll jeder Steuerpflichtige selbst tun!), incl von Umschichtungen von z.B. 2 x p.a. Von daher verstehe ich nicht, dass die Fondsgesellschaften die Kosten nicht transparent angeben - sie stehen doch glänzend da! Die zitierten Urteile sind m.E. skandalös: soll die Caritas Services rund um die Finanzen anbieten? Wenn die nichts kosten dürfen, wird es sie bald nicht mehr geben! Ist das das eigentliche Ziel, dass der Bundesbürger nur noch (deutsche!) Staatsanleihen und Sparbücher haben soll??? Die geplante, unsägliche Transaktionssteuer (MWSt auf Finanzdienstleistungen!) soll ja für Staatsanleihen nicht gelten, ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

  • Nein ein Indexzertie,selbst ein ETF kostet,ein Indexzertie kostet so gut wie nichts,außer An-und Verkaufskosten.

  • Die Gebühren können ganz schön enorm sein. Hab es vor kurzem nachgerechnet. Bei 10.000 Euro über 1.000 Euro Gebühren ist schon günstig.. einen Vergleichsrechner, der die Gebührenhöhe berechnet gibts hier: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99

  • von welchem "Immo-Skandal" sprechen Sie??? Die Deka gehört zu den wenigen Fondsgesellschaften, deren Fonds permanent geöffnet waren und auch offen bleiben werden.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%