Fonds + ETF
Gedränge bei Fondsratings

Tausende von Investmentprodukten locken zum Kauf, doch welches ist das Richtige? Immer mehr Rating-Anbieter bieten Orientierungshilfe.

FRANKFURT. Der Markt für die Bewertung von Fonds wächst rasant. Mit der Wiesbadener Gesellschaft Telos tritt jetzt eine weitere Adresse für die Benotung von Produkten an. Andere Häuser wie Feri und Scope weiten ihr Angebot aus. Mittlerweile tummeln sich weit mehr als ein Dutzend Agenturen für Fondsratings in Deutschland. Branchenkenner erwarten eine Konsolidierung. „So viele werden nicht Bestand haben“, sagt Carsten Wittrock, Partner bei der Beratungsgesellschaft zeb/asset.management. consult. Bei Ratings handelt es sich um Bewertungen, die dem Anleger eine Orientierung beim Produktkauf geben sollen. Die meisten Anbieter konzentrieren sich auf die computergesteuerte („quantitative“) Auswertung der historischen Anteilspreisentwicklungen. Diese Benotungen basieren auf der risikobereinigten Wertentwicklung im Verhältnis zu Konkurrenzprodukten oder Vergleichsindizes für bestimmte Zeiträume. Zu den Anbietern gehören bekannte Namen wie Feri Rating & Research, S & P Fund Services, Lipper und Morningstar. Im vergangenen Jahr trat mit der Londoner Citywire eine Gesellschaft in den deutschen Markt ein, die diese Methode auf Fondsmanager anwendet.

In der jüngsten Zeit tendieren einige Anbieter zu einem anderen Benotungsansatz. Diese Agenturen setzen auf („qualitative“) Analysen ihrer Fachleute, die – gegen Honorar des Produktanbieters – die Qualitäten der Fondsmanager und ihrer Arbeitgeber in Gesprächen prüfen und bewerten. „Damit will man eine Antwort auf die Frage finden: War das Anlageergebnis Glück, oder war es Können und ist damit wiederholbar“, argumentiert Matthias Rothe, Deutschlandleiter von S & P Fund Services. S & P war lange Zeit die einzige Gesellschaft, die sowohl eine rein computergesteuerte Benotung wie auch eine von Analystenmeinungen getriebene Bewertung anbieten.

Vor wenigen Wochen startete die Firma Telos, die bisher nur Asset-Management-Firmen bewertete, mit qualitativen Produktratings. „Wir haben vier Fondsbewertungen veröffentlicht, weitere 20 sind in der Pipeline“, sagt Telos-Geschäftsführer Frank Wehlmann. Die Agentur Scope, die mit Verkaufsempfehlungen für Kanam-Immobilienfonds in die Kritik geriet, baut ihr Angebot an quantitativen Benotungen aus. Sie stellte vor einigen Tagen ihre ersten qualitativen Ratings für zwei Fonds des Finanzhauses VCH vor. „Viele weitere werden folgen“, sagt Scope-Analystin Alexandra Merz.

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