Gefahr überdurchschnittlicher Anteilsrückgaben
Union steht für Difa-Fonds gerade

Die Union-Investment-Gruppe hat sich verpflichtet, die Liquidität der offenen Immobilienfonds der Difa Deutsche Immobilien Fonds AG im Fall hoher Mittelrückflüsse zu garantieren.

pot/rrl DÜSSELDORF/FRANKFURT. Dies bestätigte ein Difa-Sprecher auf Anfrage. Damit sind die Fonds der genossenschaftliche Investmentgesellschaft nach dem Deka-Immobilienfonds des Sparkassensektors die zweiten, die eine Liquiditätsgarantie ihrer Muttergesellschaft erhalten. Hintergrund: Difa-Fonds Nr. 1 und Difa-Grund haben einen sehr hohen Deutschlandanteil, der sie der Gefahr überdurchschnittlicher Anteilsrückgaben aussetzt. Sie litten bereits vor der Krise des Konkurrenzproduktes Grundbesitz-Invest unter Mittelrückflüssen.

Angesichts der „gut bemessenen und bei weitem nicht ausgeschöpften“ Liquidität im Grundwert-Fonds sieht die Dresdner-Tochter Degi die Frage nach Liquiditätshilfen durch die Allianz-Dresdner-Gruppe „als nicht aktuell an“. Auch die CGI verweist auf hohe liquide Mittel von 1,5 Mrd. Euro, so dass eine Liquiditätsgarantie der Commerzbank nicht nötig sei. Bei der SEB Immobilien Investment sagte eine Sprecherin: „Wir brauchen keine Liquiditätsgarantie.“ Die Liquidität beim SEB Immo Invest sei weiterhin sehr komfortabel. Lothar Tuttas, Geschäftsführer der zur Signal-Iduna-Gruppe gehörenden Hanseatische Investment GmbH, die den Hansaimmobilia aufgelegt hat, sagte, die Muttergesellschaft dürfe keine solche Garantie aussprechen. Es gebe aber auch keinen Grund, um eine solche Garantie zu bitten.

Die Fondsgesellschaften bestätigten unisono erhöhte Mittelabflüsse, die aber keine beängstigenden Ausmaße angenommen hätten. Demgegenüber hat die Deutsche Bank alle Hände voll zu tun, wegen der Rücknahmeaussetzung ihres offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest aufgebrachte Kunden zu beruhigen. Sie sagte deswegen ein ursprünglich für Freitag geplantes Führungskräftetreffen des Privatkundenbereichs ab. Die Mitarbeiter würden vor Ort gebraucht, hieß es in der Bank. Kunden drohten, ihre Geschäftsbeziehungen abzubrechen. Vereinzelt werde auch Geld aus Fonds der Wertpapierinvestment-Tochter DWS abgezogen, hieß es.

Nach Angaben der Deutschen Bank werden Rückgabeaufträge für Fondsanteile, die nach zwölf Uhr eingehen, erst am Folgetag berücksichtigt. Für Anleger, die sich am Montag nach zwölf Uhr von Grundsbesitz-Invest-Anteilen trennen wollten, bedeutete dies, dass ihr Auftrag nicht mehr ausgeführt wurde. Dem Handelsblatt liegen zahlreiche Beschwerden vor, dass auch vor zwölf Uhr abgegebene Rücknahmeaufträge nicht ausgeführt wurden. Die Deutsche Bank hat nun zugesichert, dass Anleger, „die nachweisen, dass sie ihren Rücknahmeauftrag rechtzeitig bei der Bank eingereicht haben, nachträglich so gestellt werden, als wäre ihr Auftrag am Montag ausgeführt worden“.

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