Geldanlage-Interview
„So eine Chance haben Anleger nur alle 30 Jahre“

Anleger sollten Aktien kaufen. Europäische Papiere sind historisch unterbewertet, sagen die Vermögensverwalter Frank Lingohr und Dagmar Rittstieg. Welche Papiere günstig sind und welche Kardinalfehler Anleger begehen.
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Herr Lingohr, Frau Rittstieg, die Schuldenkrise spitzt sich wieder zu. Spanien wird als Pleitekandidat gehandelt. Sind Sie beunruhigt?

Frank Lingohr: Nein, weil wir langfristig denkende Investoren sind. Die Märkte beruhigen sich wieder. Die Nachrichten aus Spanien haben die Anleger zuletzt gar nicht mehr beeindruckt.

Dagmar Rittstieg: Ich gehe davon aus, dass wir allmählich zu einer neuen  Normalität zurückkehren werden.

Dass die Börsen in diesem Jahr zugelegt haben, liegt am billigem Geld der Notenbanken. Was ist daran normal?

Lingohr: Sie dürfen nicht vergessen, dass die Unternehmen hervorragende Zahlen vorgelegt haben. Das rechtfertigt einen großen Teil der Kursgewinne der vergangenen Monate. Die Rentabilität vieler Unternehmen berechtigt zu kühnen Hoffnungen.

Ist die Zeit günstig, um Aktien zu kaufen? 

Rittstieg: Viele Aktien sind aktuell unterbewertet. Dass die Unternehmen gemessen am Cash Flow so günstig bewertet sind, gibt es nur sehr selten. Umgekehrt sind die Dividendenrenditen ungewöhnlich hoch.

Lingohr: So eine Chance wie jetzt haben Anleger nur alle 20 bis 30 Jahre.

Sie werten akribisch die Kennziffern der Unternehmen aus und wählen danach die passenden Aktien aus. Funktioniert das in Zeiten der Finanzkrise überhaupt noch?

Lingohr: Wieso denn nicht? Wissen Sie, ich habe schon andere Zeiten erlebt, in denen alle dachten: Die Welt geht unter, ich übrigens auch. Aber letztlich hat sich der Markt immer wieder auf das Wesentliche besonnen. Das wird auch diesmal wieder so sein.

Auch wenn die Märkte so stark von Politik und Notenbanken beeinflusst werden? 

Lingohr: Die Gesetze der Börse werden dadurch doch nicht außer Kraft gesetzt. Politische Börsen sind temporäre Erscheinungen und gehen vorbei. Die altmodischen Kennziffern wie Buchwert oder Cash Flow haben dagegen immer Gültigkeit. Am Ende des Tages ist die Bewertung eines Unternehmens entscheidend für die Frage: Kaufe ich eine Aktie oder nicht. Das hat mancher vielleicht vergessen. 

Als die Börsekurse in den Jahren 2008 und 2011 fielen, verlor Ihr Flagschiff-Fonds, der Lingohr Systematic, deutlich mehr als der Markt.

Lingohr: Stimmt. Als es wieder aufwärts ging, waren wir aber deutlich besser als der Markt.

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  • Stimmt, um März 2009 war ein guter Einstiegspunkt wie um März 2003. Und die pessimistische Lage, die man hier offenbar spüren kann, ist wie so üblich gut für Outperformer wie z.B. Dollatree, Iac und auch Apple um einige zu nennen. Ein wenig Charttechnik ist da völlig ausreichend. Ich finde es gut, dass die meisten so pessimistisch sind! Anders herum wäre es ja auch bedenklich! Cheers! :-)

  • Vermögensverwalter trommeln doch immer zum Einstieg,ist ja auch nicht ihr Geld.Ich kenne diese Gesellschaft nicht,müsste ich mal googeln ob der was taugt,besonders kompetent erscheinen sie mir nicht.

  • Die Jahrzehntchance waren die Monate von Nov.08-April 09. Wer damals Bue-chips kaufte hat es nicht bedauert.......

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