Geldanlage
Offensive Mischfonds reizen ihre Aktienquoten aus

Der AIG Asia Balanced Fund hat Seltenheitswert. Denn er ist einer von nur vier Asien-Mischfonds in Deutschland. Auf Jahressicht erzielte der Exot eine Rendite von 38 Prozent und belegt damit den ersten Platz der Gruppe. Das Produkt der US-Gesellschaft AIG Investments ließ auch die drei übrigen Asien-Mischfonds weit hinter sich.

HAMBURG. "Die gute Performance liegt vor allem an unserer hohen Aktienquote", sagt Cheri Wong. Sie ist für den Aktienanteil verantwortlich, Cathy Sin kümmert sich um Renten. An Mindest- oder Höchstquoten für die beiden Anlageklassen sind die Managerinnen nicht gebunden. In den vergangenen Monaten war der Fonds mit 90 Prozent fast vollständig in Aktien investiert - wegen der gut laufenden Weltwirtschaft. "Die Philippinen, Thailand und Indonesien erscheinen uns dabei besonders vielversprechend", sagt Wong. Bei den Branchen bevorzugt sie Technologiewerte.

Rentenmanagerin Sin investiert fast ausschließlich in Bankanleihen. In den vergangenen zwölf Monaten ist sie auf riskantere Hochzinsanleihen ausgewichen. "Andere Papiere sind derzeit zu hoch bewertet", sagt sie. Für die kommenden Monate erwartet Sin sinkende Rentenkurse. Hauptgrund dafür sei die Krise auf dem US-Hypothekenmarkt.

Der Carmignac Euro-Patrimoine wird ebenfalls von einer Doppelspitze gemanagt - mit mäßigem Erfolg. Aktuell rangiert der Fonds von Carmignac Gestion mit acht Prozent Rendite auf einem der letzten Tabellenplätze. "Das liegt vor allem an unserer Absicherung", erklärt Manager Frédéric Leroux. Zwar ist der Fonds stets zu mindestens 75 Prozent in Aktien aus dem Euro-Raum investiert, der Rest sind Euro-Anleihen oder Barreserve. Aber Leroux sichert große Teile der Aktien über Short-Futures ab, so dass er zu höchstens 50 Prozent am Aktienmarkt partizipiert. In den vergangenen Monaten lag diese Partizipationsquote sogar nur bei 25 bis 35 Prozent.

Mit einem aktuellen Anteil von 96 Prozent investieren aber auch er und Co-Manager David Loggia fast nur in Aktien. Dabei sortieren sie kleine und mittlere Unternehmen zugunsten großer Firmen aus. "Große Konzerne sind weniger von möglichen Liquiditätsengpässen betroffen als kleine", begründet Leroux. In Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich seien die Renditechancen besonders hoch.

Fondsanalyst Jens Herdack von der Berliner Weberbank rät trotz der guten Wertentwicklung vom AIG Asia Balanced Fund ab. "Wegen der guten Konjunkturaussichten würde ich einen reinen Asien-Aktienfonds bevorzugen", sagt er. Der Euro-Patrimoine sei dagegen gut für vorsichtige Anleger geeignet. "Denn das Produkt ist eher ausgewogen als offensiv."

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