Geldmarktfonds
Fonds mit ABS-Positionen bleiben riskante Anlagen

Geldmarktfonds standen am Anfang der aktuellen Finanzkrise. Das bedeutet umgekehrt allerdings nicht, dass sie auch als erstes wieder ins Laufen kommen werden. Vor allem von Produkten, die ABS-Papiere im Portfolio halten, nehmen Experten Abstand.

HAMBURG. Der Namenszusatz "Plus" ist seit mehr als einem Jahr kein gutes Omen für einen Geldmarktfonds. Denn er steht in der Regel für Asset Backed Securities (ABS) und andere, durch die Kreditkrise in extreme Liquiditätsnot geratene Schuldtitel. Entsprechend groß ist das Minus, das Produkte wie der Deka Euro Flex Plus TF, der Cominvest Short Term Plus und der Pioneer Investments Euro Geldmarkt Plus für die vergangenen zwölf Monate ausweisen müssen: Mit einem Verlust von 15,97 beziehungsweise 16,23 Prozent rutschten die beiden letztgenannten Fonds ganz ans Ende ihrer Vergleichsgruppe.

Speziell bei Pioneer jedoch entzogen sich viele Anleger dem Vermögensschwund durch Flucht: Von 5,1 Mrd. Euro, die der Fonds im April 2007 verwaltete, waren Ende September 2008 nur 280 Mio. Euro übrig geblieben. "Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern haben wir den Fonds offen gehalten und tägliche Liquidität bereitgestellt", sagt Pioneer-Manager Pierre-André Klein.

Auf dem Papier ist der Kauf des Pioneer Investments Euro Geldmarkt Plus mittlerweile eine absolut sichere Sache. Sämtliche enthaltene Papiere tragen das Rating-Gütesiegel "AAA" - besser geht es nicht. Gleichwohl lässt Klein keinen Zweifel daran, dass die Aussichten für den gesamten ABS-Markt bis auf weiteres schwierig bleiben.

"Vereinzelt gibt es Anleger, die das inzwischen erreichte Kursniveau als zu niedrig erachten und zugreifen", sagt dagegen Ulrich Beckmann. Doch auch der Leiter des Rentenfondsmanagements von Cominvest ist weit davon entfernt, eine Kaufempfehlung auszusprechen. "Der ABS-Bereich war zwar einer der ersten Märkte, der von der Krise erfasst wurde, aber deshalb darf man nicht erwarten, dass er auch als erster wieder herauskommt", sagt er. Im Moment vertraue kein Marktteilnehmer dem anderen, und "Finanzgeschäfte ohne Vertrauen funktionieren nun einmal nicht".

Das durchschnittliche Rating der im Cominvest Short Term Plus enthaltenen Papiere liegt bei "A", der drittbesten Rating-Note. Anders als beim Pioneer-Fonds hielt sich der Volumenschwund in Grenzen: Aktuell verwaltet Cominvest-Manager Stefan Lachhammer rund 300 Mill. Euro nach 375 Mill. Euro Mitte 2007.

"Die Finanzmarktkrise räumt mit dem überholten Mythos auf, dass eine niedrige Risikoklasse zwangsläufig ein niedriges Risiko bedeutet", kommentiert Gerd Bennewirtz den Absturz der einstigen Plus-Publikumslieblinge. Trotz der stark gefallenen Anteilspreise hält der geschäftsführende Gesellschafter von SJB Fonds Skyline in Korschenbroich wenig davon, sich in Fonds zu engagieren, die ABS und andere Kreditderivate enthalten. "In der aktuellen Situation sollten Anleger auch ihr Parkgeld in Sachwerten investieren", sagt er und zieht offene Immobilienfonds Geldmarktfonds vor.

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