Geldmarktfonds
Nur Sicherheit zählt

Europas Anleger scheuen das Risiko: Noch nie zuvor haben sie so viel Kapital in Geldmarktfonds gebunkert. Das Volumen ist innerhalb des letzten Jahres um fast 20 Prozent gewachsen, etwa 1,2 Billionen Euro sind in diesen Fonds angelegt.

FRANKFURT. Die Investmenthäuser sammelten auf den europäischen Fondsmärkten im Februar netto 27,1 Mrd. Euro in Geldmarktfonds ein. Das liegt laut Datenanbieter Lipper Feri zwar unter den 80,8 Mrd. Euro des Vormonats, doch war dieser Rekordwert stark vom Wiederanlagebedarf institutioneller Investoren zu Jahresbeginn geprägt. "Der Februarwert liegt weit über der Norm für diesen Monat, in den vergangenen Jahren errechneten wir Zuflüsse von weniger als zwei Milliarden Euro", sagt Lipper-Feri-Geschäftsführerin Diana Mackay.

Jetzt haben die wertstabilen Geldmarktfonds ein Vermögen von 1,2 Bill. Euro erreicht. Ihr Volumen ist binnen Jahresfrist um knapp 19 Prozent gewachsen. Dagegen schrumpfte das Segment jener Geldmarktfonds, die mit Beimischungen etwa der krisengeschüttelten forderungsbesicherten Anleihen (ABS) einen Zusatzertrag zu erzielen versuchen, um 35 Prozent auf 83 Mrd. Euro. Im Vergleich dazu fallen die Rückgänge bei den anderen wichtigen Anlageklassen eher bescheiden aus: Aktienfonds schrumpften um 14 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro, Rentenfonds um neun Prozent auf 1,0 Bill. Euro.

Die Experten von Goldman Asset Management, einer der weltgrößten Geldmarktfondsanbieter, sehen gleich mehrere Antriebskräfte für ein weiteres Wachstum der wertstabilen europäischen Geldmarktfonds. "Wir erwarten für die nähere Zukunft eine weitere Senkung der Risikopositionen in den Investorenportfolios", sagt Jason Singer, Leiter des internationalen Cashmanagements beim US-Vermögensverwalter. Darüber hinaus rechnet er mit einem anhaltenden Schwenk der institutionellen Investoren von Festgeldkonten in Geldmarktfonds. "Cashanlagen bei einer Bank haben grundsätzlich ein konzentriertes Bankenrisiko", sagt er und spricht damit die schwelende Kreditkrise an. Ein Geldmarktfonds investiert in Titel verschiedener Adressen und streut auf diese Weise das Emittentenrisiko. "Es kommt hinzu, dass Europa bei den Produkten mit bestem Rating gegenüber den USA noch Aufholbedarf hat", sagt Singer.

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