Gerichtsurteil
Fondsinitiator Görlich verurteilt

Das Landgericht Berlin hat die Dr. Görlich Grundbesitzbeteiligungen GmbH und deren Geschäftsführer Wolfgang Görlich zur Zahlung von rund 200 000 Euro an den geschlossenen Immobilienfonds „Am Amtsgraben“, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, verurteilt (Az.: 20 O 724/04 v. 15.09.05).

rrl DÜSSELDORF. Die Unterlegenen kündigten Rechtsmittel an: „Das Urteil ist unhaltbar und wird in der Berufung keinen Bestand haben“, teilten sie auf Anfrage mit.

Der Fonds war von der Dr. Görlich GmbH aufgelegt worden, die seit 2003 insolvent ist. Die Dr. Görlich Grundbesitzbeteiligungen ist eine im Jahr 1998 gegründete Schwestergesellschaft, der das Emissionshaus Dr. Görlich GmbH zwischen 1998 und 2003 das Fondsverwaltungsgeschäft übertrug. Görlich gehört mit rund 170 Fonds zu den großen Anbietern geschlossener Fonds in Deutschland.

Die Klägerin Aracon AG, eine auf die Verwaltung von Immobilienfonds spezialisierte Berliner Gesellschaft, übernahm im Jahr 2004 die Verwaltung des Fonds von Görlich. Sie warf in dem Verfahren Görlich vor, ohne Genehmigung mit den Fondsgesellschaftern Darlehen aus einem so genannten Rücklagen-Pool gewährt zu haben. In diesen Pool flossen liquide Mittel verschiedener Görlich-Fonds, auch die des Fonds „Am Amtsgraben“. Aracon verlangt die Rückzahlung der Poolmittel.

Ziel des Pools ist es, das eingesammelte Geld rentabler anlegen zu können, als es den Fonds mit ihren geringeren Einzelsummen möglich wäre. Der Pool habe, so der Vorwurf von Aracon-Vorstand Lutz Neumann, mit diesem Geld finanzielle Lücken in anderen Görlich-Fonds gestopft und in einzelnen Fällen an die Dr. Görlich GmbH Darlehen ausgereicht.

Das Gericht wertet den Abschluss von Darlehensverträgen zu Lasten von Rücklagenkonten eines geschlossenen Fonds als „ Pflichtverletzung“. Weiter heißt es: „Der Schaden der Klägerin besteht darin, dass ihre Rücklagen nicht auf einem für die Klägerin verfügbaren Konto liegen, sondern über den Pool an andere Empfänger geflossen sind.“

Görlich geht davon aus, dass sämtliche Darlehen ordnungsgemäß zurückgeführt würden. Dies sei bei den beiden an die Dr. Görlich GmbH gewährten Darlehen bereits geschehen. Die Forderungen beträfen allein Zinsansprüche, die nie entstanden wären, wenn der Pool allein in Festgeld angelegt hätte.

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