Geschlossene Fonds: Die Fondsbranche stabilisiert sich

Geschlossene Fonds
Die Fondsbranche stabilisiert sich

Noch im Herbst 2008 hatten Skeptiker den Anbietern geschlossener Fonds einen dramatischen Niedergang prophezeit. Nach heftigen Absatzeinbrüchen wurde eine Welle von Insolvenzen wurde befürchtet. Doch der Kollaps ist ausgeblieben, die Absätze haben sich stabilisiert. Über den Berg ist die Branche allerdings noch lange nicht.

FRANKFURT. Im Oktober schien die Welt für die Anbieter geschlossener Fonds unterzugehen. Der Absatz brach schlagartig weg - was an den Zahlen der großen börsennotierten Anbieter HCI, Lloyd Fonds und MPC sofort ablesbar war. Eine Welle von Insolvenzen unter den Emissionshäusern wurde befürchtet. Vor einer Woche stabilisierten Banken die Hamburger MPC. Nun scheint es ruhiger zu werden. "Aus heutiger Sicht droht keinem VGF-Mitglied die Insolvenz", sagte Oliver Porr, Vorstandsvorsitzender des Verbandes geschlossener Fonds (VGF) gestern in Frankfurt.

Die drei börsennotierten Gesellschaften sind VGF-Mitglieder. HCI und MPC, Nummer eins und Nummer zwei im Markt, veröffentlichten gestern 588 Mio und 476 Mio. Euro Fondsabsatz an Private. Damit entwickelte sich HCI mit einem Minus von 8,7 Prozent deutlich besser als der Markt. MPC ist mit rund 40 Prozent an HCI beteiligt.

Die 44 Mitglieder des Verbandes repräsentieren gemessen am Umsatz etwa drei Viertel der Branche. Die VGF-Mitglieder warben 2008 gut 5,9 Mrd. Euro Eigenkapital für Beteiligungen an Schiffen, Flugzeugen, Immobilien, Energieanlagen und Lebensversicherungen - um die wichtigsten zu nennen - ein. Ergänzt um Kredite investierten die Fonds rund 11,2 Mrd. Euro.

Die Verbandsstatistik, die auch Nicht-Mitglieder berücksichtigt, kommt auf 8,3 Mrd. Euro Eigenkapital-Neugeschäft (minus 25,3 Prozent) und 15,4 Mrd. Euro Fondsvolumen. Dass das Analysehaus Feri, dass die seit Jahren eingeführte Loipfinger-Studie weiterführt, zu nochmals höheren Zahlen kommt (s. Grafik), liegt daran, dass Feri den Absatz von Anbietern, die keine Daten liefern, schätzt.

Im Herbst hatte die Branche noch heftigere Absatzverluste erwartet. Geholfen haben ihr die bankenunabhängigen Vermittler. "Denn der Bankenvertrieb ist im vierten Quartal zum Erliegen gekommen", stellte VGF-Vorstand Reiner Seelheim fest. Mit Prognosen für das laufende Jahr wagt sich allein Oliver Porr aus der Deckung: "Die Zahlen des Jahres 2008 werden wir wieder erreichen, schätzt er. Es sei aber manchmal besser,, kein Produkt auf den Markt zu bringen, als das falsche.

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