Geschlossene Fonds
Fondsvertrieb bricht ein

Die Finanzmarktkrise bringt den Absatz geschlossener Fonds ins Stocken. "Ich erwarte, dass der Gesamtmarkt um 20 bis 25 Prozent einbricht", sagt Robert Massing, Vertriebsleiter der KGAL Allgemeine Leasing.

DÜSSELDORF. Demnach werden Anleger in diesem Jahr Unternehmensbeteiligungen im Volumen von rund zehn Mrd. Euro zeichnen, gegenüber 12,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Absatzschwund ist nur mit dem im Jahr 2001 vergleichbar, als Steueränderungen den damals als Steuerstundungsmodelle fungierenden Fonds das Wasser abgruben.

KGAL war im vergangenen Jahr Marktführer mit einem Platzierungsvolumen von rund 800 Mio. Euro. Der eigene Absatz werde analog zum Markt nachgeben, sagte Massing, der allerdings noch auf positive Effekte aus dem Geschäft mit Großanlegern wie Versicherungen und Altersvorsorgeeinrichtungen hofft. "Das institutionelle Geschäft ist stabiler als das mit Privatkunden."

Beim Wettbewerber Hannover Leasing soll nach den Worten von Friedrich Wilhelm Patt, Sprecher der Geschäftsführung, das Großkundengeschäft den Absatz auf Vorjahresniveau von rund 400 Mio. Euro stabilisieren. Das Geschäft mit Privatkunden sei allerdings um 40 Prozent zurückgefallen, sagte Patt. Vergleichsweise gut wird mit einem Minus von zehn Prozent die BayernLB-Tochter Real IS dastehen. "Wir haben im ersten Halbjahr sehr gut platziert. Ohne die Finanzkrise hätten wir mit Abstand das beste Jahr hingelegt", sagte Geschäftsführerin Andreas Heibrock.

Die drei großen börsennotierten Fondsemittenten, HCI, Lloyd Fonds und MPC, kommentieren ihren Absatzverlauf vor der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal eher vage. Morgen verkündet Lloyd seine Zahlen, am 12. November HCI und am 18. November informiert HCI-Großaktionär MPC über den Geschäftsverlauf bis Ende September. Alle drei hatten zwischen Anfang und Mitte Oktober 2008 bereits in Ad-hoc-Mitteilungen darauf hingewiesen, dass die zum Jahresanfang verkündeten Absatz- und Ergebnisprognosen nicht einzuhalten seien. Die Platzierungserwartungen wurden teils um mehrere hundert Millionen Euro nach unten korrigiert. Die drei Gesellschaften rangieren nach platziertem Eigenkapital in der Feri-Statistik zum Beteiligungsmarkt auf den Plätzen zwei (MPC), vier (HCI) und acht (Lloyd).

"Der Vertrieb ist extrem unberechenbar", begründet Lloyd-Chef Torsten Teichert, warum er keine Absatzprognosen mehr abgeben will. Er hatte bereits bei Vorlage des Zwischenberichts zum zweiten Quartal 2008 darauf verzichtet. HCI sieht im Moment keinen Anlass, reduzierte Absatzerwartungen von 650 Mio. bis 750 Mio. Euro ein weiteres mal nach unten zu korrigieren.

Seite 1:

Fondsvertrieb bricht ein

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%