Geschlossene Fonds: So verbrennen Sie Ihr Vermögen nicht

Geschlossene Fonds
So verbrennen Sie Ihr Vermögen nicht

Der Fall S&K verunsichert die Anleger, geschlossene Fonds geraten immer wieder in die Schlagzeilen. Es lauern etliche Tücken. Wie Kunden schlechte Fonds erkennen und sie wieder loswerden – mit und ohne Anwalt.
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DüsseldorfDie Geschichte klingt wie aus einem schlechten Film. Nach einem Medienbericht leitet die Staatsanwaltschaft eine Großrazzia bei der Unternehmensgruppe S&K ein. Danach scheint klar: Mit Hilfe eines komplex angelegten Schneeballsystems soll ein dreistelliger Millionenbetrag veruntreut worden sein. Tausende Anleger sind betroffen. Statt einer Beteiligung an einem soliden Immobilienportfolio halten sie jetzt womöglich völlig wertlose Papiere.

S&K ist ein weiterer Skandal, der Anleger geschlossener Fonds verunsichert. Er zeigt: Nicht einmal Betrugsfälle sind in dieser Anlageklasse auszuschließen. Ohnehin häufen sich die schlechten Nachrichten in dieser Assetklasse. So sind 160 Schiffe, die von geschlossenen Fonds finanziert wurden, insolvent. Ihre Anleger müssen hohe Verluste hinnehmen. Selbst einige geschlossene Immobilienfonds haben inzwischen zu kämpfen.

„Geschlossene Fonds eignen sich nicht für private Anleger. Der Vertrieb sollte verboten werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Verbraucherzentrale Bundesverband zur Umsetzung der Richtlinie über die Verwaltung alternativer Investmentfonds. Tatsächlich birgt diese Anlageklasse einige Tücken. So ist es für Laien schwierig, die Güte von Produkten zu beurteilen. Und selbst, wenn das Urteil zum Emissionszeitpunkt fundiert sein sollte, können während der oft langen Laufzeiten die Märkte drehen und die Fonds dadurch ins Strudeln geraten. Dann ist es eine hohe Kunst, den Schaden erfolgreich zu begrenzen.

Warum geschlossene Fonds ein heikles Investment sind

In geschlossene Fonds sollte nur einsteigen, wer über ein großes Vermögen verfügt, raten Verbraucherschützer zu Recht. Denn Angebote sind zwar ab 5.000 Euro plus Agio zu haben. Doch oft fließen deutlich höhere Summen. Bei den derzeit beliebten geschlossenen Immobilienfonds liegt die durchschnittliche Beteiligung bei 37.700 Euro, zeigen Zahlen vom Verband geschlossener Fonds e.V.

Das Geld ist zudem im Schnitt zehn Jahre gebunden. Oft sind die Laufzeiten sogar deutlich länger. Währenddessen schütten die meisten Fonds zwar Gewinne aus. Manchmal wird auch ein Teil der Investition zurückgezahlt. Doch der Löwenanteil fließt in der Regel erst, wenn das Investitionsobjekt wieder abgestoßen wurde. Und wenn der Verkauf nicht zum geplanten Zeitpunkt gelingt, können Anleger ihre Anteile zwar meist zurückgeben – aber oft nicht schadensfrei. Denn wer aussteigt, schneidet oft schlechter ab, als jener, der abwartet.

Kommentare zu " Geschlossene Fonds: So verbrennen Sie Ihr Vermögen nicht"

Alle Kommentare
  • Jaja, das Handelsblatt berichtet mal wieder über den Teufel der Teufel: den "geschlossenen Fonds". Dabei möchte ich hier gar nicht auf das Lebensversicherungsprodukt abstellen. ich kenne das Produkt nicht. Mir fällt nur wieder auf, wie oft in dem Bericht sogenannte Retter in Form von Anlegerschutzanwälten genannt werden. Bei jeder Skandalmeldung im HB und Wirtschaftswoche passiert dieses anscheinend. Und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass man das HB oder die Wiwo als Werbeplattform nutzt. Schade schadde. Nein, und ich bin nicht ein Finanzvertreter o.ä., sonder nur ein interessierter Leser.

  • "Fondsgebundene Versicherungen
    Diese Anlageform soll ausschließlich dem Verkäufer nützen der „in den komplizierten Konstruktionen hervorragend jede Menge Kosten verstecken kann“. Das Fazit: Lieber gleich einen Fonds kaufen."
    Einen Fonds kaufen? Einen? Wo ist da die Risikostreuung? Und bei jeder Umschichtung und Anpassung des Depots auf die Marktveränderung löst diese dann jedes mal neue Kosten aus... ein sehr gefährlicher Ratschlag.

  • Niemand, wirklich niemand sollte dem maroden Sozial und Rentensystem weiter Geld hinterherwerfen. Sozialleistungen gibt es nur noch für deutsche Staatsbürger - wir erinnern uns- an das "Bürgergeld"!

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