Gesetzesänderung
Mehr Freiheit für Hedge-Fonds

Die Bundesregierung will den Spielraum für Hedge-Fonds erweitern, um Deutschland für sie attraktiver zu machen. Außerdem sollen bürokratische Hürden abgebaut werden. Gleichzeitig will man die Risiken der Branche im Auge behalten. Weltweit steht die Forderung nach Transparenz schon im Vordergrund.

BERLIN / NEW YORK. Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Thomas Mirow, kündigte an, die Fonds sollten in Deutschland mehr Freiheit in ihrer Anlagepolitik bekommen, um international wettbewerbsfähiger zu werden. „Die geplanten Gesetzesänderungen geben den Fonds die Chance, innovativer zu werden und schneller auf Trends zu reagieren“, sagte er auf einer Branchentagung in Berlin.

Außerdem sollten bürokratische Hürden abgebaut werden, ergänzte Mirow. Er nannte als Beispiel die Verpflichtung, neben dem Broker, der die Wertpapiergeschäfte der Fonds besorgt, noch eine getrennte Depotbank für die Verwaltung der Papiere zu beauftragen. Dieses Verfahren ist nur in Deutschland üblich. Schließlich will Berlin institutionellen Investoren die Anlage in alternative Anlagen erleichtern.

Hedge-Fonds sind weitgehend unregulierte Kapitalsammelstellen. Während sie zum Beispiel am Finanzplatz London eine wichtige Rolle spielen, ist der Markt in Deutschland bisher schwach entwickelt. Statt auf anfangs erhoffte zehn Mrd. Euro kommt die Branche bisher nur auf 2,3 Mrd. Volumen.

Peter Alex, Sprecher des Bundesverbandes Alternative Investments in Bonn (BAI), begrüßte die Pläne der Regierung. Nach seiner Darstellung können deutsche Hedge-Fonds bisher zum Beispiel nicht in Immobilien anlegen oder gezielt in Unternehmen investieren, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden.

Mirow verlangte aber zugleich mehr Transparenz von den Hedge-Fonds. „Jeder Finanzminister muss besorgt sein über die Risiken für die Stabilität der internationalen Finanzmärkte“, sagte er. Damit stimmte der Staatsekretär in die internationale Diskussion über Hedge-Fonds ein. Denn weltweit sind – anders als in Deutschland – die Risiken der Branche das zentrale Thema, weil mehr und mehr auch Pensionsfonds dort ihr Geld anlegen. Das amerikanische Repräsentantenhaus hat jetzt die Regierung in Washington aufgefordert, die bislang kaum regulierten Finanzjongleure stärker unter die Lupe zu nehmen. Auch der oberste chinesische Bankenaufseher, Liu Mingkang, forderte mehr Kontrolle.

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