Gespräche mit vier Interessenten
Insolvenzverwalter stößt Management der Falk-Fonds ab

Anleger der Falk-Fonds können damit rechnen, dass für ihre Anteile an den geschlossenen Immobilienfonds und deren Immobilien noch in diesem Monat ein neuer Verwalter gefunden wird.

rrl DÜSSELDORF. Josef Nachmann, vorläufiger Insolvenzverwalter der Falk-Gruppe, möchte noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. August einen Käufer für die Falk Asset Management GmbH (FAM) präsentieren, die diese Aufgabe bisher wahrnahm. Als Bieter für die FAM nannte der Münchener Anwalt die IC Immobilien Holding AG, München, Patrizia Immobilien AG, Augsburg, sowie die beiden Essener Unternehmen Hochtief und RAG Immobilien.

Die Falk-Gruppe meldete Anfang April dieses Jahres Insolvenz an, nachdem ihr im vergangenen Jahr das Neugeschäft weggebrochen war. Die Gesellschaft mit 32 000 Anlegern konnte Mietgarantien nicht mehr einhalten, die sie in früheren Jahren gegeben hatte.

„Wir erwarten in diesen Tagen einen Vertragsentwurf“, sagt Frank Schaich, Vorstand der IC Immobilien Holding. Auch Klaus Schmitt, Mitglied der Patrizia-Geschäftsleitung, bestätigt das Interesse: „Wir verschaffen uns derzeit einen Überblick.“ Dagegen nahmen Hochtief und RAG Immobilien keine Stellung zu Nachmanns Hinweis auf ihre Bewerbung.

Nachmann zufolge steht die FAM zu 100 Prozent zum Verkauf. Insofern ist offen, welche Rolle die beiden ehemaligen Falk-Manager Hans Voß und Thilo Köhler in einer neuen Verwaltungsfirma spielen werden. Für IC-Vorstand Schaich ist sowohl ein Beschäftigungsverhältnis wie eine Beteiligung in der künftigen Verwaltungsgesellschaft denkbar. Nach den Gesellschafterversammlungen der 65 Falk-Fonds hatten Anlegervertreter den Eindruck, Köhler und Voß wollten das Geschäft übernehmen, nachdem sie sich dort die Verwaltungsaufträge für ihre noch nicht gegründete Gesellschaft MAB gesichert hatten.

Nach Nachmanns Worten wird sich der Preis für die FAM nach dem Wert der zwei Jahre laufenden Verträge und des Anlagevermögens bemessen. Gegen Voß und Köhler ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue, des Betruges und der Insolvenzverschleppung.

Im Unterschied zu ihren Mitbewerbern verfügt die IC über Erfahrungen in der Verwaltung von Kleinanleger-Fonds. Derzeit betreut die Gesellschaft nach eigenen Angaben Fonds mit ein Investitionsvolumen von rund 3,2 Mrd. Euro. Die Anleger sollten allerdings nicht damit rechnen, dass die Verwaltung ihrer Fonds günstiger wird. Nachmann zufolge arbeitete die FAM mit Verlust und wurde durch andere Falk-Gesellschaften subventioniert. Dies wird ein neuer Verwalter vermeiden.

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