Globale Rentenfonds
Engagement in Staatsanleihen zahlt sich aus

Auf Zwölf-Monats-Sicht tummeln sich auf den Spitzenplätzen der Fondskategorie "Renten Globale Währungen" fast durchweg Fonds mit bestenfalls durchschnittlichem Rating. Einzige Ausnahme: Der Tiberius Inter Bond OP, der wegen der Historie von weniger als fünf Jahren noch kein Rating hat.

HAMBURG. Der aktuelle Spitzenreiter Gartmore SICAV Global Bond USD wird von der Ratingagentur Feri sogar nur mit der zweitschlechtesten Note D bewertet. "Noch vor einem Jahr lag der Fonds bestenfalls im Mittelfeld seiner Kategorie, oft sogar darunter", kommentiert Feri-Analyst Andreas Köchling das schlechte Urteil.

Aktuell läuft es für den Fonds dagegen blendend: Er belegt mit einem Plus von 10,91 Prozent den Spitzenplatz (siehe Tabelle). "Wir investieren ausschließlich in erstklassige Staatsanleihen, die zu den Profiteuren der Finanzkrise gehörten", kommentiert Andrew Russell das gute Ergebnis. Er managt den Fonds gemeinsam mit Christopher Pryer und bestückt das Portfolio neben Termingeldern auf Lokalwährungen ausschließlich mit Futures auf große Rentenindizes. Um die Turbulenzen der Finanzkrise scherten sich die beiden Gartmore-Manager bislang kaum: "An der Zusammensetzung des Rentenportfolios haben wir in den letzten zweieinhalb Jahren kaum etwas verändert", erläutert Russell, der zudem ausschließlich auf Termingelder von Banken mit höchster Bonität setzt.

Für die kommenden Monate gibt er sich angesichts der jüngste geschnürten Rettungspakete vieler Regierungen jedoch vorsichtig: "Sie werden zu steigenden Staatsschulden führen, insgesamt erwarten wir daher nur ein geringes Aufwärtspotenzial für Staatsanleihen", so Russell.

Zurückhaltend äußert sich auch Thomas Kressin von Allianz Global Investors (AGI) - allerdings aus anderen Gründen: Er hält den Höhenflug von Dollar und Yen weitgehend für beendet und sieht auf der Währungsseite darum vorerst weniger Potenzial. Unter anderem die Gewichtung der Währungen hatte dem mit C benoteten Fonds per Ultimo September Rang zwei der Vergleichsgruppe beschert. "Neben der erstklassigen Bonität der im Fonds enthaltenen Staatsanleihen hat die Aufwertung des zuletzt mit 27 Prozent gewichteten Yen zum guten Ergebnis beigetragen", erläutert der AGI-Manager. Vor allem aber habe er rechtzeitig auf eine Versteilerung der Zinskurve gesetzt.

Wer mit Kressins Fonds die Währungskarte spielen will, muss nach Köchlings Einschätzung allerdings starke Nerven haben: "Angesichts der unberechenbaren Marktlage dürften die Schwankungen bei diesem Fonds wegen der Währungskomponente extremer ausfallen als beim Konkurrenten von Gartmore", so der Feri-Analyst.

Zuletzt seien Kressins Wetten auf die Entwicklung der Währungen jedoch glänzend aufgegangen: Während das Gartmore-Produkt seit dem 30. September leicht ins Minus gerutscht sei, habe der Fonds ein Plus von rund zehn Prozent verbucht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%