Glossar: Was hinter den Gebühren steckt

Glossar
Was hinter den Gebühren steckt

Bei den Gebühren sind die Fonds-Gesellschaften erfinderisch. Knapp 60 unterschiedliche Posten entdeckte die Verbraucherzentrale NRW. Wofür Kunden alles bezahlen müssen – die wichtigsten Gebühren im Überblick
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FrankfurtKaum ein Kunde dürfte wissen, welche Kosten bei seinem Fonds entstehen. Die Gebührenstrukturen vieler Investmentfonds sind unübersichtlich. Wer genau wissen will, welche Gebühren anfallen, muss in der Regel in den ausführlichen Verkaufsprospekt schauen.

Eine Vergleichbarkeit zwischen den Produkten verschiedener Anbieter ist kaum möglich, auch weil die Gesellschaften auf eine einheitliche Terminologie verzichten oder variable Sätze berechnen. Die häufig zum Vergleich herangezogene Total Expense Ratio

(TER) taugt laut Verbraucherzentrale NRW nicht zum Vergleich, weil einige Gesellschaften nicht alle oder unterschiedlich Gebührensätze für diese Gesamtkostenquote heranziehen. 

Einige Gebühren werden aber für alle oder zumindest sehr viele Fonds verlangt. Die wichtigsten Kostenfaktoren für Anleger im Überblick. 

Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf an. Je nach Anlagestrategie des Investmentfonds kann er relativ gering sein, bei Geldmarktfonds liegt der Satz etwa häufig bei rund ein Prozent. Er kann aber auch deutlich höher sein wie bei Aktienfonds, wo fünf Prozent keine Seltenheit sind. Dies bedeutet, dass bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro beim Geldmarktfonds für 49,50 Euro Anteile erworben werden, beim Aktienfonds hingegen nur für 47,61 Euro.

Fondskäufer können den Ausgabeaufschlag aber reduzieren. Direktbanken oder Fondssupermärkte im Internet bieten niedrigere Sätze an oder verzichten sogar ganz auf diese Gebühr. Zu den bekanntesten Fondssupermärkten zählen beispielsweise fondssupermarkt.net, avl-investmentfonds.de und infos.com. Gute Kunden dürfen außerdem auf Sonderkonditionen bei der Hausbank hoffen.

Je länger der Anleger investiert bleibt, desto weniger stark wirkt die Kaufgebühr. Wer monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag einzahlt und durchschnittlich fünf Prozent Jahresrendite erzielt, steht nach drei Jahren bei 3.690 Euro. Ohne Kaufgebühren wären es 3.885 Euro. Wer zehn Jahre investiert bleibt, kommt mit dem Ausgabeaufschlag auf ein Guthaben von 14.725 Euro, ohne Gebühr wären es 15.500 Euro. 

Verwaltungsgebühr

Die Verwaltungsgebühr liegt im Regelfall zwischen null und zwei Prozent. Oft ist dieser Satz etwas höher, wenn der Ausgabeaufschlag gering ist und umgekehrt. Die Verwaltungsgebühr wird - einmal im Jahr oder auch monatlich - aus dem Fonds bezahlt. Wenn die Gebühr zum Beispiel 1,2 Prozent ist und der Fondswert 10.000 Euro, beträgt die Gebühr 120 Euro im Jahr und das neue Fondsvermögen noch 9.880 Euro. 

Depotbankgebühr

Die Investmentgesellschaft hinterlegt das Fondsvermögen bei einer sogenannten Depotbank. Für das Führen dieses Depots wird eine Gebühr erhoben, die im Regelfall aus dem Fondsvermögen bezahlt wird. Diese Gebühr kann bei großen Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens per anno ausmachen.

Zusätzlich ist die Depotbank berechtigt, eine Transaktionsgebühr von bis zu 100 Euro je Transaktion, die nicht über die Depotbank getätigt wird, zu erheben. Auch eine zusätzliche Verwahrgebühr von bis zu 0,1 Prozent pro Jahr ist rechtens. Neben den genannten Vergütungen verlangen einige Gesellschaften eine weitere tägliche Vergütung in Höhe von bis zu 0,75 Prozent pro Jahr. 

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