Gold-Anlage
Barren und Münzen stechen ETFs aus

Anleger setzen bei Gold-Investitionen verstärkt auf Barren und Münzen statt auf börsennotierte Indexfonds (ETFs). Laut Angaben des Branchenverbandes World Gold Council hat sich die Nachfrage zuletzt mehr als verdoppelt.
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Frankfurt

Bei Gold-Investitionen haben Anleger zuletzt Barren und Münzen gegenüber börsennotierten Indexfonds (ETFs) und ähnlichen Finanzinstrumenten (ETPs) bevorzugt. Die Nachfrage nach Barren und Münzen ist von Anfang Januar bis Ende März gegenüber dem Vorquartal um 52 Prozent oder 125,5 Tonnen auf 366,4 Tonnen gestiegen, teilte der Branchenverband World Gold Council (WGC) am Donnerstag mit. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach ETFs und sonstigen ETPs, die Gold in ihren Portfolios halten, stark zurückgegangen: Diese Produkte haben aufgrund von Mittelabflüssen 55,9 Tonnen Gold zurückgegeben, während sie im Vorquartal noch 3,6 Tonnen gekauft hatten.

Der Großteil der Abflüsse aus Gold-ETPs hat dem WGC zufolge im Januar in den USA und Großbritannien stattgefunden. Das WGC führt dies auf den Preisrückgang des Edelmetalls im Januar sowie auf Portfolio-Umschichtungen zum Jahreswechsel zurück. Auch Star-Investor George Soros und weitere prominente Hedgefonds-Manager aus den USA haben sich im Frühjahr stark aus Gold-ETFs zurückgezogen, wie Anfang der Woche bekannt geworden war.

In den meisten anderen Märkten haben Gold-ETPs mehr Zuflüsse als Abflüsse verbucht. Das WGC begründete dies damit, dass Investoren die niedrigeren Preise für Zukäufe genutzt hätten. Vor allem in Indien gebe es einen Trend hin zu mehr Investitionen in Gold-ETFs, weil das Angebot an entsprechenden Fonds zunehme.

Ende März hielten Gold-ETPs weltweit rund 2100 Tonnen Gold in ihren Portfolios, teilte das WGC mit. Dies entspreche einem Wert von rund 95 Milliarden Dollar (rund 67 Milliarden Euro). Einschließlich ETPs, Barren und Münzen sind die Gold-Investitionen im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 26 Prozent auf 310,5 Tonnen gestiegen. Damit machten Investitionen rund 32 Prozent der gesamten Nachfrage nach dem Edelmetall aus. Der Rest kam vonseiten der Schmuck- und Technologieindustrie.

WGC-Analystin Eily Ong erwartet, dass die verstärkte Gold-Nachfrage vonseiten der Investoren anhalten wird. "Wir haben geopolitische Unruhen im Nahen Osten und Nordafrika gehabt, anhaltende Unsicherheit und Sorgen hinsichtlich Staatsschulden sowie anhaltende Inflationssorgen rund um die Welt", sagte sie. Zudem versuchten die Chinesen und Inder weiterhin, ihre Inflation durch Zinserhöhungen in den Griff zu bekommen. "All dies schafft ein sehr günstiges Umfeld."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Goldanlage, ein alpiner Höhensport mit Abgründen, Höhenangst und Gipfeltriumphen. Parole für die Goldbullen,
    aufwärts immer, verkaufen nimmer.

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