Grauer Kapitalmarkt
BaFin legt Fonds an die Leine

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht will den Grauen Kapitalmarkt kontrollieren. Künftig sollen geschlossene Fonds, stille Beteiligungen, Genussrechte und Namensschuldverschreibungen wie Wertpapiere behandelt werden. Dagegen wehrt sich der Verband der geschlossenen Fonds.

FRANKFURT. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will künftig geschlossene Fonds, stille Beteiligungen, Genussrechte und Namensschuldverschreibungen wie Wertpapiere behandeln. Das bedeutet, wer geschlossene Fonds oder andere kollektive Anlagemodelle auflegt und verkauft wird regelmäßig von der BaFin überwacht und im Zweifelsfall zu gemacht. Dies geht aus einem Schreiben der BaFin hervor, das dem Handelsblatt vorliegt und kommende Woche im Finanzausschuss diskutiert werden soll.

Dagegen wehrt sich der Verband der geschlossenen Fonds, der am 1. Juli als Sachverständiger im Finanzausschuss gehört wird. Zwar sei man durchaus dafür, geschlossene Fonds zu regulieren, besser wäre jedoch ein eigenes Gesetz für Vermögensanlagen, das eine Prüfung der Prospektinhalte durch die BaFin festschreibe. Bislang unterliegen geschlossene Fonds, stille Beteiligungen, Namensschuldverschreibungen und Genussrechte keiner Regulierung. Sie gehören zum so genannten Grauen Kapitalmarkt, der von der BaFin nicht kontrolliert wird. Zwischen 500 und 1 000 solcher Kapitalanlagemodelle kommen Jahr für Jahr auf den Markt - zum Schaden der Anleger, kritisiert der Fondsexperte und Buchautor Stefan Loipfinger in seiner Stellungnahme für den Finanzausschuss.

Anlegerschützer monieren seit Jahren, dass die mangelnde Kontrolle Betrügern Tür und Tor öffnet. Auch die BaFin räumt in ihrem Schreiben ein, dass diese "kollektiven Anlagemodelle neben seriösen Anbietern gern von unseriösen Anbietern genutzt" würden - gern auch über Treuhandkonstruktionen, bei der ein Treuhänder zwischen Anleger und Fonds-Initiator steht. "Den Anlegern drohen bei diesem Modell erhebliche Schäden", konstatiert die Aufsicht, da "eine Vielzahl von Kosten und Gebühren (Provisionen, Vertriebskosten) eventuelle Handelsgewinne in aller Regel" aufzehrten. "Die haben im ersten Jahr ihren Schnitt gemacht, denen ist es egal, ob das Investment gewinnt oder verliert", sagt der Münchener Anlegerschutzanwalt Peter Mattil, auf dessen Sachverstand die Parlamentarier ebenfalls setzen wollen.

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