Griechenland-Investments
Hedgefonds-Anleger müssen auf ihr Geld warten

Schuldenkrise in Griechenland, Börsencrash in China: Für Hedgefonds-Anleger, die dort investiert sind, bedeutet das nichts gutes. Einige Hedgefonds frieren Anleger-Geld ein, bis die Börsen wieder normal laufen.
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DüsseldorfGriechen und einige Hedgefonds-Anleger haben derzeit eines gemeinsam: Sie kommen nicht an ihr Geld. Weil die Schuldenkrise in Griechenland und der Börsencrash in China Fondsanbieter in die Bredouille bringt, blockieren mindestens zwei von ihnen den Abzug von Kapital.

Denn sollten einige Anleger ihr Geld zurückfordern, besteht das Risiko, dass die übrigen Anteilseigner auf schwer verkäuflichen Papieren sitzenbleiben. Da die Athener Börse seit fast drei Wochen geschlossen ist und in China knapp die Hälfte aller Börsenwerte nicht gehandelt werden dürfen, können dort engagierte Fonds keinen Wert für ihre Beteiligungen ermitteln.

Einige Hedgefonds haben daher sogenannte Seitentaschen aufgebaut, in die sie nicht handelbare Wertpapiere abschieben. Andere parken derartige Titel in eingefrorenen Mini-Fonds. „In ähnlichen Situationen haben Hedgefonds früher schon so reagiert“, sagt Ryan McNelley, Geschäftsführer des Fondsberaters Duff & Phelps. „Seitentaschen sind ein möglicher Weg, um das Problem zu isolieren.“

Während der Finanzkrise von 2008 hatten Fonds zu ähnlichen Mitteln gegriffen. Damals wurden nach Angaben von Hedgebay, einer Handelsplattform für Hedgefonds-Anteile, Wertpapiere im Volumen von bis zu 400 Milliarden Dollar in „Seitentaschen“ geparkt.

Auch wenn die Auswirkungen für einige Hedgefonds ähnlich sind, ist die Lage in Griechenland und China grundverschieden. Die Athener Regierung schloss Ende Juni die heimischen Banken, weil Griechen aus Angst vor dem „Grexit“ – dem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone – die Schalter stürmten, um ihre Konten leer zu räumen und ihre Euro in Sicherheit zu bringen.

Parallel dazu wurde auch der Aktienhandel in Athen eingestellt. Börsianer rätseln, wann die Börse wieder öffnet. Sollte dies bis Ende Juli nicht geschehen, seien Hedgefonds gezwungen, griechische Papiere abzuschreiben oder sie in „Seitentaschen“ zu verschieben, sagte ein Londoner Investor.

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