Großbank halbiert Produktangebote
Unicredito fusioniert Fonds

Die italienische Bank Unicredito will nach dem Kauf der Hypo-Vereinsbank (HVB) die Zahl der von der gesamten Gruppe angebotenen Fonds auf rund 110 halbieren. Das kündigt Dominik Kremer, neuer Deutschlandleiter der Unicredito-Vermögensverwaltungssparte Pioneer Investments, in einem Handelsblatt-Gespräch an.

FRANKFURT. Die Integration der drei bisherigen Investmenthäuser unter Führung des 38-Jährigen soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Dabei verschwinden die Marken Activest und Nordinvest, die Fonds werden alle unter dem Namen Pioneer angeboten.

Derzeit verwaltet die künftige Deutschlandsparte 75,9 Mrd. Euro. Davon entfällt der Großteil mit 67,5 Mrd. Euro auf die HVB-Fondsgesellschaft Activest, weitere 5,6 Mrd. Euro sind der Nordinvest zuzurechnen. Die restlichen 2,8 Mrd. Euro managt Pioneer.

Im Zuge der Integration stellt sich Kremer auf eine deutliche Verschlankung der Produktpalette ein, wie sie auch andere heimische Gesellschaften angekündigt haben. "Wir werden ähnliche Fonds zusammenlegen und gehen davon aus, dass sich die Produktanzahl halbiert", sagt Kremer (siehe "Produktpaletten stehen im Blickpunkt"). Diese Größenordnung sei auch eine Indikation für das gesamteuropäische Geschäft. Einschließlich der ebenfalls zur HVB gehörenden österreichischen Capital Invest (Bank Austria) würden über 300 Publikumsfonds offeriert.

Auch in diesem Zusammenhang taucht die Frage eines Stellenabbaus auf, wobei das Fondsmanagement derzeit nur noch 60 statt 80 Köpfe zählt. "Im Portfoliomanagement und Research ist bei allen drei Gesellschaften derzeit kein Personalabbau geplant," nimmt Kremer Stellung: Er geht noch einen Schritt weiter. "Im Gegenteil: Angesichts unserer weiteren Wachstumspläne, insbesondere in Märkten wie Osteuropa oder Asien, benötigen wir tendenziell sogar mehr qualifiziertes Personal."

Dennoch bleiben Zweifel. "Bei offiziellen Statements ist immer die Frage, wie stabil solche Aussagen sind", sagt ein Personalberater. Kremer räumt ein: "Zu den größten Herausforderungen der Integration gehören die Ängste und Unsicherheiten bei Mitarbeitern und Kunden." Das betrifft auch die geplante Ausweitung des Geschäftes mit institutionellen Kunden.

Das Haus hat ehrgeizige Ziele. Kremer will, "gemessen am jährlichen Nettoabsatz, in den kommenden fünf Jahren zu den drei größten Anbietern in Deutschland gehören". Bisher führen in diesen Ranglisten die großen heimischen Gesellschaften Allianz, DWS und Union Investment.

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