Große Bilanz
Fonds kommen gut durch die Krise - noch

Mit Fonds waren Investoren im ersten Halbjahr bisher gut unterwegs. Doch ein Ausblick für das zweite Halbjahr bleibt vage. Zu den Risikofaktoren Schuldenkrise und Konjunktur kommen noch die Banken hinzu.
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Der Fondsbilanz für das erste Halbjahr ist die Krise nicht anzusehen. Viele Produkte spielen Gewinne ein. In einigen Segmenten wie Aktienfonds für die Sparten Gesundheit und Technologie sowie für kleine deutsche Werte und Wall-Street-Titel liegen die Wertzuwächse sogar bei rund zehn Prozent - in nur einem halben Jahr. Das zeigt eine Auswertung von Feri Eurorating für das Handelsblatt (siehe Grafik).

Die Bilanz zeigt den durchschnittlichen Anlageerfolg aller zugelassenen Produkte für 36 Schwerpunkte im ersten Halbjahr. Zusätzliche Orientierung bietet die durchschnittliche Wertentwicklung über fünf Jahre. Die Tabelle unten zeigt die ertragreichsten Produkte für die zehn besten Anlagegruppen.

"Die Anleger sind wieder stärker ins Risiko gegangen", urteilt Feri-Analyst André Härtel. Das wurde belohnt. Denn die Aktienfonds liegen an der Spitze, wobei die Produkte für Nebenwerte in vielen Regionen die Depots für Standardwerte noch übertrumpfen. Ganz vorne spielen auch die Anleihefonds für spekulative Unternehmenstitel mit und jene für Papiere aus Schwellenländern in Landeswährung. Eher schlecht schneiden dagegen Fonds für die als schwierig erkannten Segmente ab: etwa Produkte für die Euro-Zone wegen der Schuldenkrise und Rohstoffaktien wegen der Konjunktursorgen.

Eine Prognose für das zweite Halbjahr fällt angesichts der ungelösten Schuldenkrise schwer. Das illustrieren schon die aktuellen Meldungen: Die Lage in Spanien eskaliert, die Ratingagentur Moody's verschlechtert den Bonitätsausblick für Deutschland. Und die Eingriffe von Politik und Zentralbanken in die Finanzmärkte haben dazu geführt, dass die Zinsen unnatürlich tief und nach Meinung mancher Analysten die Aktienmärkte kaum mehr einzuschätzen sind.

Die Börsen werden von der Psychologie beherrscht. Kurze Phasen der Sorge und der Hoffnung wechseln sich ab. Skeptiker wie Mark Burgess, Chefstratege der erfolgreichen Fondsgesellschaft Threadneedle, erkennen eine globale wirtschaftliche Abschwächung. "Die Lage ist selbstverstärkend, erzeugt eine Abwärtsspirale bei Wachstum und Unternehmensgewinnen", urteilt er.

Die Pessimisten von der Saxobank sehen sogar viele Aktienindikatoren auf Rot. "Die Ähnlichkeiten der Lage heute mit der Großen Depression sind verblüffend", meint Peter Garnry, Aktienstratege des Hauses. Er glaubt: "Das größte Risiko für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte ist ein Run auf eine Bank in den EU-Peripherieländern." Nach dieser Analyse ist für ihn klar: "Investoren sollten das Absturzrisiko absichern, etwa durch Optionen, Staats- oder Unternehmensanleihen."

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„Da sind wir sehr nervös“

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  • ..ich weiss nicht...irgendwie komme ich auch ohne Fonds klar.
    Dividendenstarke Titel weltweit gestreut..und die €-Krise interessiert nur am Rande.
    Telefoniert wird immer, Strom verbraucht auch, Versicherungen dto.. Facebook wird gemieden..kontinuierlich wird es mehr...
    so what?

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