Große Fondsgesellschaften wollen hohe zweistellige Milliardenbeträge einsammeln
Deutsche Anlagebranche glaubt an Erfolg mit Hedge-Fonds

Deutsche Hedge-Fonds werden in den kommenden Jahren einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag einsammeln. Davon waren die Vertreter der vier größten deutschen Fondsgesellschaften überzeugt, die sich in Handelsblatt-Gesprächen zur Halbjahresbilanz des neuen Investmentgesetzes äußerten.

FRANKFURT/M. Die Zulassung von Hedge-Fonds ist ein Kernstück des zu Jahresanfang in Kraft getretenen Investmentmodernisierungsgesetzes. Diese Fonds mit großen Anlagefreiheiten sind im Ausland schon lange üblich. Sie verfolgen sehr unterschiedliche Strategien und können dabei auch auf fallende Kurse setzen. Die Spanne reicht von konservativen bis zu spekulativen Ansätzen, dabei werden Derivate stark genutzt.

Markus Rieß, Sprecher der Geschäftsführung des zur Allianz-Gruppe gehörenden Dit, erwartet Hedge-Fonds-Quoten von fünf bis zehn Prozent in den Portfolios der Anleger. „Längerfristig sind 50 bis 60 Mrd. Euro realistisch“, sagt Wolfgang Leoni von der im Sparkassensektor angesiedelten Deka Investment. Ähnlich optimistisch ist Wolfgang Mansfeld, Vorstand der zum genossenschaftlichen Bankenverbund gehörenden Union Asset Management Holding. „In vier Jahren sind 100 Milliarden bei alternativen Investments insgesamt möglich, wobei der Großteil auf Hedge-Fonds entfallen wird.“

Auch unabhängige Adressen zeigen sich optimistisch. So taxiert die Beratungsgesellschaft Mercer Oliver Wyman das Volumen in der Dreijahres-Perspektive auf 24 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Fondsbranche betreut heute für institutionelle und private Anleger 975 Mrd. Euro.

Der Absatz gewinnt nach den ersten Zulassungen vor wenigen Wochen langsam an Fahrt. Im Mai, dem ersten aussagekräftigen Monat, flossen den wenigen aufgelegten Dach-Hedge-Fonds, die in Einzel-Hedge-Fonds investieren, 409 Mill. Euro zu. Laut Experten hemmen allerdings noch rechtliche, aufsichtsrechtliche und steuerliche Hürden und Unklarheiten das Geschäft.

Bisher genehmigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) drei Einzel-Hedge-Fonds (DWS und Lupus Alpha), zwei Dach-Hedge-Fonds (DWS und Hansa-Invest) und erteilte drei Vertriebszulassungen für Luxemburger Dach-Hedge-Fonds (Union-Investment-Gruppe). Die zur Allianz-Gruppe gehörende Fondsgesellschaft Dit lancierte zwei noch nicht zugelassene Produkte ebenfalls über Luxemburg. Drei Fonds befinden sich im Genehmigungsverfahren, weitere sind in der Planung. Außerdem liegen der Aufsicht fünf Anträge zur Erweiterung der Geschäftstätigkeit vor, eine Voraussetzung für das Anbieten der neuen Produkte.

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