Große Produkpalette: Rekordmonat für Derivate

Große Produkpalette
Rekordmonat für Derivate

Nach einer Delle im Dezember hat der Börsenumsatz mit Derivaten - Wertpapiere, die sich auf die Kursentwicklung anderer Wertpapiere wie etwa Aktien beziehen - im Januar einen Rekord erreicht. An den Handelsplätzen in Frankfurt und Stuttgart wurden laut Statistik des Deutschen Derivate Instituts insgesamt 15 Mrd. Euro umgesetzt. Der bisherige Höchstwert aus dem Mai 2006 betrug 13,9 Mrd. Ein Grund für die deutlichen Umsatzsteigerungen ist das nach wie vor stark wachsende Produktangebot. Dieses bereitet aber auch Probleme.

rad FRANKFURT. Euro. Im Vergleich zum Dezember stieg der Umsatz um 40 Prozent, gegenüber dem Vergleichsmonat 2006 legte er um knapp ein Viertel zu. Dabei wuchsen die auf Privatanleger zugeschnittenen Anlagezertifikate mit einem Plus von 46 Prozent auf neun Mrd. Euro erneut überdurchschnittlich.

Zwar entfällt auf die Börsen in Stuttgart und Frankfurt nur rund ein Drittel des Derivatehandels in Deutschland. Aber auch die Banken, die einen Großteil ihrer Produkte direkt an die Kunden verkaufen, berichten von einer anziehenden Nachfrage zu Jahresbeginn. "Der Januar war wieder ein sehr starker Monat", sagt Mathias Schölzel von der Deutschen Bank.

Ein Grund für die deutlichen Umsatzsteigerungen ist das nach wie vor stark wachsende Produktangebot. Inzwischen sind mehr als 150 000 Derivate an den Börsen notiert. "Spätestens in zwölf bis 18 Monaten werden wir die Marke von 200 000 überschreiten", sagt DDI-Geschäftsführer Dieter Lendle.

Das ausufernde Produktangebot hat zuletzt allerdings Befürchtungen geschürt, der Derivatemarkt werde für Investoren undurchschaubar. Die Anlegerschutzgemeinschaft SdK hatte in ihrem Schwarzbuch Börse mehr Transparenz gefordert und sich für eine Angleichung der Namensgebung von Zertifikaten ausgesprochen.

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Nach Meinung von Emittenten ist auf diesem Gebiet jedoch schon einiges geschehen: "Die wichtigsten Standardprodukte wie Discount-, Express- oder Bonuszertifikate heißen bereits überall so", sagt Christine Dillinger. Leiterin des Zertifikategeschäfts der Bank Vontobel für Deutschland und Österreich.

Spielraum sieht Lendle dagegen bei den Stammdaten der Produkte. Das DDI stellte gestern den Entwurf für eine einheitliche Nomenklatur verschiedener Derivatetypen vor. "Für den Anleger ist es verwirrend, wenn ein Emittent vom Basiskurs, ein anderer vom Basispreis und der dritte vom Strike spricht. Hier wollen wir eine Vereinheitlichung", sagt Lendle. Erste Datenanbieter würden ihre Systeme in den kommenden Monaten auf die neue Begriffswelt umstellen, kündigte er an. Gespräche, um die Emittenten ins Boot zu holen, liefen bereits.

Als weitere Orientierung im Produktdschungel hat das DDI eine Broschüre für Einsteiger auf dem Zertifikatemarkt herausgebracht. In einfacher Form erklärt das Heft die wichtigsten Produkttypen und erläutert Anlegern, worauf sie achten müssen. Die Broschüre kann beim DDI kostenlos per Mail an info@ddi.de bestellt werden.

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