Gründungswelle
Vermögensverwalter gehen eigene Wege

Vermögensverwalter lösen sich aus Finanzkonzernen und wollen auf eigenen Füßen stehen. „Es zeichnet sich eine Gründungswelle ab; wir bekommen laufend Anfragen von Führungskräften aus Investmenthäusern“, sagt Murat Ünal, Vorstand von Funds at Work, einer Strategieberatungsfirma für Asset-Management.

FRANKFURT. „In der Krise hat das Vertrauen der Investoren in traditionelle Anbieter häufig gelitten“, erläutert er, „aber wer das Vertrauen genießt, hat auch mit einem Start-up gute Chancen.“

So werden sich Anleger an neue Namen wie Swissrock, Bay Investment, Alpine Capital, Mandarine Gestion oder Silk Invest gewöhnen müssen. Die Newcomer betreuen meist Kapital in zwei- oder dreistelliger Millionenhöhe und suchen sich ihre Anlagenischen. Große Asset-Manager bieten dagegen meist umfangreiche Produktpaletten und verwalten viele Milliarden.

Auch Günter Schlösser, Vorstandsvorsitzender des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter, spürt den Zulauf. Sein Verband hat allein in den vergangenen eineinhalb Jahren 24 neue Mitglieder gewonnen; seine 179 Verwalter kommen auf 40 Mrd. Euro Kapital. Eine ähnliche Gründungswelle hatte es zuletzt Anfang des Jahrtausends gegeben. Heute wirkt die Finanzkrise als Katalysator: Belastete Banken trennen sich von ihren Asset-Managern und bringen so Bewegung in die Branche.

Krisenbedingt werden auch die traditionellen Beziehungen von Fondshäusern und ihren Mutterbanken infrage gestellt. So sagt Zeno Staub, globaler Leiter von Vontobel Asset Management: „Gerade in Kontinentaleuropa sind die großen Asset-Manager verbandelt mit Vertriebskanälen für Privatkunden, da warten wir auf den Strukturwandel. Das könnte der Motor für Ausgründungen kleiner Teams sein.“

Deutlicher formuliert Roman von Ah, Ex-Chef der Asset-Management-Einheit der Bank Julius Bär, den Interessenkonflikt von Banken und Vertriebsorganisationen. Als geschäftsführender Partner der Neugründung Swissrock in Zürich urteilt er: „Teams aus Banken versuchen, sich von der Praxis des Produktverkaufes zur Einnahmenmaximierung zu trennen, weil dieses Verhalten zulasten des Kunden geht – sie wandern ab.“ Schlösser registriert ebenfalls eine „gewisse Aufbruchstimmung für Neugründungen, weil die produktbezogene Beratung in den Banken jetzt angeprangert wird“.

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