Grüne Geldanlagen
Gut fürs Gewissen und die Rendite

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Ein einheitliches Siegel fehlt

Am häufigsten schließen die von Scope als nachhaltig klassifizierten Fonds Waffen und Rüstung aus (89 Prozent). Fast ebenso oft Tabak- und Alkohol. Darauf folgen Kernkraft (72 Prozent), Arbeits-(69 Prozent) und Menschenrechte (68 Prozent). Allerdings unterscheiden sich die Fonds nicht nur in ihren Ausschlusskriterien – sondern auch darin, wie streng sie die Kriterien anwenden. So akzeptieren einige Fonds, dass Unternehmen einen geringen Anteil ihres Umsatzes – von bis zu zehn Prozent – in eigentlich ausgeschlossenen Bereichen erwirtschaften. „Zum Beispiel, weil ein an sich nachhaltig ausgerichtetes Unternehmen als Zulieferer Produkte anbietet, die auch militärischen Zwecken dienen können“, heißt es in der aktuellen Scope-Studie.

Hinzu kommt: „Anleger müssen selbst viel Zeit aufwenden, um herauszufinden, wie nachhaltig ein Fonds wirklich ist“, sagt Klein. Diese Aufgabe wollen Privatanleger aber lieber an Experten delegieren – die ein einheitliches Siegel vergeben. Eine solche Kennzeichnung vergibt das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) beispielsweise seit zwei Jahren.

Um das Siegel zu erhalten, müssen Fonds Waffen und Kernkraft aus ihren Depots ausschließen. Ebenso müssen sie die vier Bereiche des sogenannten Globalen Pakts zwischen Unternehmen und den Vereinten Nationen berücksichtigen. Dazu gehören Menschen- und Arbeitsrechte, Umweltschutz sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Derzeit haben 39 Fonds das FNG-Siegel.

Auch ein europaweit einheitliches Siegel rückt offenbar näher. So erarbeitet eine Expertengruppe der EU-Kommission derzeit einen gesetzlichen Rahmen für einen grüneren Finanzmarkt. Valdis Dombrovskis, Kommissar für den Euro und Sozialen Dialog, sagte vor diesem Hintergrund kürzlich: „Grüne Finanzprodukte brauchen einheitliche Siegel. Die Regeln sollten entlang der gesamten Investment-Kette angelegt werden – von der treuhänderischen Verantwortung des Asset-Managers bis hin zur Methode für Ratings.“

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