Grüne Geldanlagen
Gut fürs Gewissen und die Rendite

Viele Anleger interessieren sich für grüne Investments – befürchten unter den grünen Geldanlagen aber auch Mogelpackungen und deutlich weniger Rendite als bei konventionellen. Mehrere Studien zeigen: zu Unrecht.
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FrankfurtWer sein Geld in einen guten Zweck investieren will, sollte es lieber spenden – anstatt es in sogenannte nachhaltige Fonds zu stecken. So lautet ein landläufiges Vorurteil gegenüber grünen Geldanlagen. Was sie von gewöhnlichen Fonds unterscheidet: Bei nachhaltigen Fonds berücksichtigen Manager sogenannte ESG-Kriterien. ESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Aber verbergen sich hinter dem Label der Nachhaltigkeit in Wahrheit nur konventionelle Fonds? Und bringen sie am Ende auch noch weniger Rendite als Fonds, die in Waffen, Kernenergie oder Gentechnik investieren, wie oftmals gesagt wird?

Zumindest das letzte Vorurteil widerlegt eine aktuelle Auswertung der Rating-Agentur Scope eindeutig. Demnach hatten in Deutschland gehandelte Aktien im Bereich Nachhaltigkeit/Ethik im vergangenen Quartal eine um rund 0,6 Prozentpunkte bessere Wertentwicklung (Performance) als herkömmliche Fonds.

Noch deutlicher wird der Rendite-Unterschied im Fünf-Jahres-Vergleich: Hier haben nachhaltige Fonds mit mehr als einem Prozentpunkt die Nase vorn. Und: Der Schwankungsbereich grüner Fondsanteile ist geringer. Niemand müsse ein gutes Gewissen mit geringerer Rendite bezahlen, meinen die Scope-Experten. Im Gegenteil: Immer mehr Studien und Auswertungen würden sogar einen positiven Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Performance belegen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie der Uni Kassel. Hier haben Forscher nachhaltige und konventionelle Fonds derselben Emittenten direkt verglichen. „Nachhaltige Fonds von ein- und demselben Emittenten performen mindestens genauso gut oder besser als konventionelle“, fasst der Finanzwissenschaftler Christian Klein das Ergebnis zusammen.

Dass die Wertentwicklung grüner Portfolios mindestens genauso gut ist wie bei nicht-nachhaltigen Fonds, zeigte bereits eine frühere Meta-Studie von Klein. Beim Vergleich des Rendite-Risiko-Verhältnisses von 35 Studien schnitten nachhaltige Fonds 14 Mal besser und nur sechs Mal schlechter ab. Die Berliner Steinbeis-Hochschule hat sogar 195 Studienergebnisse mit einander verglichen und kommt zu einem ähnlichen Fazit: „Tendenziell wirkten sich Nachhaltigkeitsaspekte bei einer Gesamtbetrachtung sogar (leicht) positiv aus“, heißt es im Abschlussbericht.

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Die Nische boomt

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