Grundbesitz-Global
Zweiter Deutsche-Bank-Fonds gerät ins Gerede

Von Problemen beim international engagierten offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Global will die Deutsche Bank nichts wissen. Doch laut zweier Zeitungen gibt es ähnliche Schwierigkeiten wie beim krisengeschüttelten Schwesterfonds Grundbesitz-Invest.

HB FRANKFURT. An eine Schließung des Fonds werde „überhaupt nicht gedacht“, sagte ein Sprecher der Konzerntochter DB Real Estate am Freitag in Frankfurt. „Es besteht kein Anlass zur Besorgnis. Das Fondsmanagement geht weiter von einer guten Performance aus.“ Anders als Grundbesitz-Invest sei der globale agierende Fonds nicht in Deutschland investiert. Folglich sei er auch nicht von der inländischen Marktentwicklung – hohen Leerständen und geringer Nachfrage – betroffen. „Das sind zwei verschiedene Welten“, sagte der Sprecher.

Den Grundbesitz-Invest-Fonds hat die Deutsche Bank vorerst geschlossen, um die für Februar erwartete Neubewertung der Objekte abzuwarten. Dieses Vorgehen ist einmalig in Deutschland. Die mehr als 300 000 Anleger können ihre Anteile an dem Fonds nicht in Geld eintauschen. Experten gehen davon aus, dass es zu Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe kommt.

Offene Immobilienfonds waren stets damit beworben worden, dass Anleger jederzeit risikolos aus ihrem Investment aussteigen können. Erst nach harscher Kritik von Konkurrenten und Anlegern sowie aus der Politik hatte die Deutsche Bank eingewilligt, zumindest jene Investoren zu entschädigen, die sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre in dem Fonds engagiert haben.

Die Tageszeitungen „Die Welt“ und „Bild“ hatten berichtet, nun drohten auch beim Grundbesitz-Global Probleme. Dieser ist mit rund 3,66 Mrd. Euro Fondsvolumen per Ende September deutlicher kleiner als der Grundbesitz-Invest, der zu diesem Zeitpunkt auf rund 6 Mrd. Euro kam.

„Die Welt“ berichtete, dass seit Anfang Dezember rund eine halbe Milliarde Euro an Mitteln abgezogen wurden. Der Sprecher bestätigte dies nicht, räumte aber ein, dass der Fonds unter der Schließung des Schwesterfonds gelitten habe. „Die Mittelabflüsse haben sich aber mittlerweile stabilisiert“, sagte er. Die Liquiditätsquote betrage aktuell 27 Prozent und liege damit deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Marke von 5 Prozent. Per Ende November habe der Grundbesitz-Global sogar Mittelzuflüsse von 722 Mill. Euro verzeichnet.

Der Verkauf von Anteilen des Fonds wurde dem Sprecher zufolge aus eben diesem Grund bereits im August gestoppt. Hierdurch habe das Management verhindern wollen, dass die Renditeentwicklung der investierten Anteilseigner durch einen zu hohen Liquiditätsbestand verwässert werde, sagte er.

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