Grundbesitz Invest der Deutschen Bank verbucht weiter hohe Abflüsse
Deka-Manager bevorzugen heimische Immobilien

Um die offenen Immobilienfonds ist es nach den Turbulenzen um die vorübergehende Schließung gleich mehrerer Angebote wieder ruhiger geworden.

HAMBURG. Doch der Blick auf die jüngste Monatsstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) zeigt, dass sich die Wogen beim die Vertrauenskrise auslösenden Grundbesitz Invest von DB Real Estate noch nicht geglättet haben: So zogen Anleger vom Fonds der Deutsche-Bank-Tochter im Mai weitere 340 Mill. Euro ab. Seit der Öffnung am 3. März sind netto bereits 2,1 Mrd. Euro abgeflossen.

Angesichts einer Liquiditätsquote von 14 Prozent per Ende Mai steht eine erneute Schließung laut Unternehmenssprecher Tim Ambrosius-Oliver allerdings nicht zur Debatte. Mit den jüngsten Verkäufen, die den Angaben zufolge durchweg über Buchwert erfolgten, sei der Fonds ausreichend stabilisiert worden. Zudem habe Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann mehrfach erklärt, dass die Bank hinter dem Fonds stehe.

Auch wenn dies eine wiederholte Schließung eher unwahrscheinlich macht, gibt der Grundbesitz Invest Anlegern derzeit nur wenig Grund zur Freude: So liegt er im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 26 offenen Immobilienfonds mit einem mageren Zuwachs von 1,94 Prozent auf dem drittletzten Platz. Vergleichsweise erfreulich haben sich dagegen die offenen Immobilienfonds der Deka entwickelt: Der ehemalige Krisenfonds Deka Immobilien schaffte mit einem Wertzuwachs von 2,23 Prozent den Sprung ins untere Mittelfeld, der Deka Immobilien Global gehört mit einem Plus von 3,75 Prozent sogar zu den Top Zehn. Dennoch verzeichnete die Deka im Mai bei beiden Fonds Mittelabflüsse in Höhe von 271 beziehungsweise 27 Mill. Euro.

Das günstigste Marktumfeld sieht die Sparkassen-Tochter derzeit für den Deka Immobilienfonds. Er legt sein Geld überwiegend in Deutschland an und hat den Auslandsanteil in den vergangenen Wochen durch zwei Objektverkäufe weiter reduziert. "Im Vergleich zum restlichen Europa sind die Immobilienrenditen für Käufer in Deutschland noch höher", erläutert Reinhardt Gennies, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Deka Immobilien.

Nach wie vor wenig überzeugt vom Deka-Fonds gibt sich Björn Drescher. Der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" hält regional breit streuende Fonds wie den Axa Immoselect oder den CS-Euroreal für besser: "Das unprofessionelle Krisenmanagement in den vergangenen Monaten und die langfristig unterdurchschnittliche Rendite motivieren kaum zum Verbleib in dem Deka-Fonds." Gleichwohl hält er die offenen Immobilienfonds nach wie vor für einen "unverzichtbaren Baustein" der Vermögensbildung.

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