Grundbesitz Invest
Fonds-Anleger kommen mit Schrecken davon

Die Deutsche Bank muss ihren eingefrorenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest weit weniger abwerten als befürchtet. Für die Verluste werden die Anleger sogar noch entschädigt. Allerdings endete die größte Krise der Fondsbranche seit Jahren nicht für alle Beteiligten glimpflich.

FRANKFURT. Die Abwertung betrage nach einer Untersuchung unabhängiger Sachverständiger 147 Mill. Euro oder nur 2,4 Prozent, teilte die Konzerntochter DB Real Estate am Donnerstag in Eschborn bei Frankfurt mit. Zuletzt war eine etwa doppelt so hohe Wertberichtigung erwartet worden. Im Börsenhandel hatte der Fonds in der Spitze rund 16 Prozent an Wert verloren.

Die deutschen Immobilien im Fonds mussten den Angaben zufolge um 222 Millionen Euro oder durchschnittlich 5,7 Prozent abgewertet werden, dagegen wurden die ausländischen Objekte um 76 Millionen Euro oder 3,3 Prozent aufgewertet. Zu 60 Prozent ist der Fonds montan in Deutschland und zu 40 Prozent im europäischen Ausland investiert. Künftig solle der Auslandsanteil weiter erhöht werden, kündigte das Unternehmen an – durch Verkäufe deutscher Immobilien und Akquisitionen im Ausland. Das Verhältnis solle bald 50 zu 50 betragen.

Der Fonds werde wie geplant am Freitag wieder eröffnet, hieß es weiter. Die DB Real Estate hatte ihren 6 Mrd. Euro schweren Fonds Mitte Dezember wegen einer möglichen Neubewertung des Portfolios einfrieren müssen. Betroffen waren 300 000 Anleger. Damit stürzte die Deutsche Bank eine ganze Branche in die Krise, die bis dato Anlegergelder im Volumen von 90 Mrd. Euro verwaltete. Weiter verschärft hatte sich die Lage, als im Januar auch die Fondsgesellschaft Kanam zwei Fonds einfrieren musste. Die Folge der drei Fondsschließungen waren Mittelabflüsse bei offenen Immobilienfonds von insgesamt sieben Mrd. Euro.

Die Deutsche Bank hat mittlerweile 203 Mill. Euro zur Entschädigung von Anteilseignern am DB Grundbesitz Invest zurückgestellt. Die Mittel sollen so eingesetzt werden, dass kein Anteilseigner mit seinem Investment wegen der Neubewertung in die Verlustzone rutscht. Anlegerschützer fordern nun, dass die Bank auch die Anleger entschädigt, die aus einer Notlage heraus ihre Anteile zu einem schlechten Preis über die Börse verkauft haben. „Man sollte die entschädigen, die auch tatsächlich einen Schaden hatten“, sagte Jürgen Kurz, Sprecher der DSW.

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