„Grundbesitz-Invest“
Gutachter wittern Missbrauch

Unter Immobilien-Sachverständigen wächst die Sorge, dass die Deutsche Bank ihren Fonds „Grundbesitz-Invest“ auflösen und die Häuser verkaufen könnte – und das weit unter Wert. Die Dummen wären die Anleger.

DÜSSELDORF. Die Sachverständigen befürchten, um dieses Ziel zu erreichen, missbrauche die Bank die für Liquiditätsnöte offener Immobilienfonds vorgesehenen Absicherungen im Investmentgesetz (InvG). Offiziell hatte die Bank am vergangenen Dienstag die Aussetzung der Anteilsrücknahme mit „außergewöhnlichen Umständen“ nach Paragraph 37 Abs. 2 InvG begründet, nachdem bekannt geworden war, dass alle 130 Fondsimmobilien neu bewertet werden sollen. Von der Maßnahme sind 300 000 Anleger betroffen. Die Bank versicherte, den Fonds fortführen zu wollen.

Die im InvG vorgesehene Schließung eines Fonds sei zu Recht vorgesehen, um Notverkäufe von Immobilien nach unvorhersehbaren und unverschuldeten Anteilsrückgaben zu vermeiden, aber nicht, um sich aus konzernstrategische Interessen von der Immobiliensparte zu trennen, sagte Gernot Archner, Geschäftsführer des Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachverständigen (BIIS) dem Handelsblatt. In dem Verband sind die unabhängigen Fonds-Gutachter zusammengeschlossen.

Viele Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Deutsche Bank die Abwicklung des sechs Mrd. Euro schweren Grundbesitz-Invest provozieren will. Sie vermuten, die Bank wolle das aktuell riesige Interesse ausländischer Investoren an deutschen Immobilien nutzen. Rund zwei Drittel des Fondsvermögens von sechs Mrd. Euro entfällt auf deutsche Gebäude.

Gutachter-Vetreter Archner vertraut darauf, dass die Anleger dem Fonds die Treue halten, so dass es zu keiner erneuten Schließung und damit weiteren Verlusten für die Anleger kommen wird. Dagegen sagte Alexandra Merz, Chefanalystin der Fonds-Ratingagentur Scope: „Die Anleger stehen bereits jetzt Schlange, um zu verkaufen.“

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