Güteverfahren soll Schadenersatzforderungen erhalten
Ansprüche gegen Falk drohen zu verjähren

Die rechtlichen Vertreter des Falk-Zinsfonds haben den Anlegern dieses Fonds die Einleitung eines Güteverfahrens vorgeschlagen. Damit wird die drohende Verjährung der Ansprüche gegen das Management der Falk-Gruppe und möglicherweise andere an dem Angebot Beteiligte unterbrochen.

HB DÜSSELDORF. Nach Angaben von Ralph Veil, Anlegeranwalt in der Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen, wurde es höchste Zeit, denn die Ansprüche würden Anfang September verjähren. Bisher habe die Kanzlei Schiessl die Notwendigkeit verjährungsunterbrechender Maßnahmen verneint, sagt Veil.

Der Zinsfonds zählt rund 2 900 Anleger. Er finanzierte den Ankauf von Immobilien der Falk-Gruppe, die einst zu den größten Anbietern geschlossener Immobilienfonds in Deutschland gehörte. Mietgarantieverpflichtungen, die mangels Neugeschäft nicht eingehalten werden konnten, führten dazu, dass vier Falk-Initiatorengesellschaften im April Insolvenz anmeldeten. Inzwischen haben auch mehrere Objektgesellschaften, deren Immobilien durch den Zinsfonds finanziert wurden, Insolvenz angemeldet. Veil geht davon aus, dass die vom Zinsfonds nachrangig gegebenen Darlehen nicht zurückgezahlt werden.

Ein Verfahren vor einer Gütestelle käme die Anleger wesentlich billiger als eine – ebenfalls die Verjährung unterbrechende – Klage. Die Kanzlei Schiessl bietet den Kontakt zu einer Gütestelle an, die bereit sei, einen Antrag für 300 Euro zu bearbeiten. In einem Güteverfahren wird – ähnlich wie bei einem außergerichtlichen Vergleich – versucht, einen Interessenausgleich zwischen den Parteien zu erreichen. Sollte sich herausstellen, dass der Prospekt fehlerhaft war, hätten die Anleger Schadenersatzansprüche gegen die für den Prospekt Verantwortlichen.

In dem Schreiben an die Anleger räumt die Kanzlei Schiessl ein, dass zu prüfen sei, ob die wirtschaftliche Situation der Falk-Gruppe nicht bereits im Jahr 2003 bei der Auflegung des Zinsfonds zu positiv dargestellt worden sei oder zumindest 2004 eine Prospektberichtigung hätte erfolgen müssen. Mögliche Ansprüche wären gegen das Management der Falk-Gruppe, den Aufsichtsrat der damals als AG firmierenden Falk Capital und den Mittelverwendungskontrolleur zu stellen. Gegen das Falk-Management ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue, des Betruges und der Insolvenzverschleppung.

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