Gute Arbeit
Deutsche Aktien weltweit gefragt

Die Fundamentaldaten für die deutsche Wirtschaft sind gut - nein, sie sind sehr gut. Dennoch hatten es Investmentgesellschaften laut BVI-Statistik im vergangenen Jahr nicht gerade leicht, Anleger davon zu überzeugen, ihr Geld in Aktien mit Anlageschwerpunkt Deutschland zu investieren.

HAMBURG. Anleger, die in den vergangenen zwölf Monaten einen Deutschland-Fonds im Depot hatten, konnten sich besonders freuen - zumindest im Durchschnitt. Denn die Fondsmanager haben gute Arbeit geleistet: Im Schnitt haben sie den Dax als Benchmark - ebenso wie alle anderen deutschen Börsenindizes - deutlich übertrumpft. Das zeigt eine Auswertung der Research-Agentur e-fundresearch aus Wien. Machte der Dax bis Ende Februar ein Plus von zirka 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr, schafften die Fonds durchschnittlich einen Sprung von rund 16 Prozent. "Das ist schon bemerkenswert: In einem effizienten Aktienmarkt wie dem deutschen ist es nicht zu erwarten, dass der Durchschnitt aller Fonds besser abschneidet als der Dax und die anderen großen Indizes", sagt Christian Schreckeis, Fondsanalyst bei e-fundresearch.

Ob sich diese Ergebnisse in diesem Jahr fortschreiben lassen, ist noch nicht abgemacht. Henning Gebhardt, Fondsmanager des DWS Aktien Strategie Deutschland, nimmt die aktuelle Marktsituation sportlich: „Wir sind zurück auf Jahresanfang. Wir haben die Uhr quasi zurück auf ‚Start' gestellt“, sagt Gebhardt und hält an seiner positiven Erwartung - Dax-Stand von 7 500 Punkten in 2007 - fest.

Wie optimistisch Experten die heimischen Wirtschaftsaussichten einschätzen, zeigt sich auch an der Portfoliostruktur vieler europäisch oder international anlegender Aktienfonds: Sie engagieren sich aber derzeit oft schwerpunktmäßig in Deutschland. Ein Beispiel: Der DJE Dividende und Substanz P aus dem Haus Dr. Jens Ehrhardt. Deutsche Aktien haben einen Anteil von 44 Prozent am Gesamtportfolio des global ausgerichteten Fonds. Investmentmanager Jan Ehrhardt ist sicher, dass der Anteil im Jahresverlauf nicht unter 40 Prozent sinken wird. "Wir glauben, dass die Kurssteigerungen am deutschen Aktienmarkt weitergehen werden, auch wenn es jetzt vorübergehend vielleicht erst einmal eine Seitwärtsbewegung geben wird", sagt Jan Ehrhardt.

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Und wie schneiden die „Ausländer“ ab, die in Deutschland investieren? Laut e-fundresearch schlugen deutsche Fondsgesellschaften in der Anlagekategorie „Deutschland“ im Schnitt die Deutschland-Fonds der ausländischen Gesellschaften. „Dieses Ergebnis muss man allerdings mit Vorsicht behandeln, da es in unterschiedlichen Betrachtungszeiträumen variiert. Außerdem ist es oft schwer zu entscheiden, was deutsch und was ausländisch ist. Viele Gesellschaften sind ja mit ihren Fondsmanagern an verschiedenen Standorten vertreten“, sagt Schreckeis.

Ulrich Stephan, Vorstand der MLP Bank AG und früher selbst Portfoliomanager, ist überzeugt, dass es leichter sei, ein Fondsportfolio im Land des Anlageschwerpunktes zu managen: „Kurze Wege zu den Vorständen der Unternehmen sowie schnelle und informelle Kontakte sind bei einem aktiven Fondsmanagement zwei Vorteile“, sagt Stephan. Ein weiterer sei die gleiche Sprache. Da könne man zwischen den Zeilen manchmal wichtige Nuancen erkennen, die den ausländischen Kollegen vielleicht verborgen blieben.

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