Gute Ausgangsbedingungen
Fondsmanager kaufen deutsche Aktien

Auch im kommenden Jahr suchen Aktienexperten nach Schnäppchen bei Konsumtiteln und in Schwellenländern. Die Schuldenkrise in Euroland schreckt sie dabei nicht. Im Gegenteil: Fondsverwalter setzen auf hohe Renditen mit europäischen Aktien.
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FRANKFURT. Im kommenden Jahr sind an den europäischen Aktienbörsen gute Renditen zu holen. Das sagen Fondsverwalter, die hier anlegen. Olgert Eichler, Fondsmanager bei Main First, rechnet bei den großen Indizes mit einem zweistelligen Plus. Auch Matthias Born von Allianz Global Investors geht das neue Jahr optimistisch an. Er sieht "gute Ausgangsbedingungen für das neue Jahr".

Beide Fondsverwalter haben die Konkurrenten hinter sich gelassen mit Wertzuwächsen von mehr als 30 Prozent während der vergangenen zwölf Monate. Die Leistungen stechen auch heraus, weil der europäische Aktienindex nur 13 Prozent schaffte und die Fonds auf den hinteren Plätzen sogar Verluste einfuhren.

Die europäischen Aktienfonds haben hohe Aufmerksamkeit, weil sie eines der wichtigsten Anlagesegmente darstellen. Knapp 103 Milliarden Euro stecken in den insgesamt 413 Produkten, die sich auf europäische Werte konzentrieren.

Die beiden führenden Verwalter richten ihre Portfolios auf eine gut laufende Wirtschaft aus. Nachhaltige Turbulenzen wittern sie nicht. "Ich erwarte nicht, dass die Konjunktur kippt oder dass Wachstumsprobleme in den Schwellenländern auftreten und nach Europa ausstrahlen", sagt etwa Born. Dennoch selektieren die Manager genau, welchen Papieren sie vertrauen.

Das hat einen Grund. Eichler von Main First erkennt seit mehreren Quartalen deutlich auseinander laufende Länderindizes - eine Folge der Eurokrise. Er erwartet auch 2011 starke Unterschiede: "Negativ sehe ich die Südländer, robust dagegen Mittel- und Nordeuropa." Born geht davon aus, dass sich Deutschland auch im kommenden Jahr positiv von anderen europäischen Ländern abheben wird. Auch Verwalter wie SEB Asset Management sind optimistisch: Die Dax-Schätzung für das kommende Jahr liegt bei 7600 Punkten.

Industriekonzerne und Konsumhersteller gefragt

Die Finanzkrise der Länder bleibt ein schwelendes Risiko. Eichler liefert dennoch ein Argument für seine Aktienhoffnungen: "Staaten werden von ihren Schulden erdrückt, aber vielen Firmen geht es glänzend, sie haben sich in den Krisenjahren verschlankt." Er bescheinigt seinem Portfolio "eine gewisse Risikofreude", auch wegen einer spürbaren Beimischung von stärker schwankenden Nebenwerten. Fondsmanager Eichler setzt auf die konjunktursensiblen Sektoren Industrie und Konsum, Chemie und Maschinenbau. Attraktive Titel sind für ihn Gerry Weber, Fuchs Petrolub oder der britische Vermögensverwalter Ashmore, der stark in den Schwellenländern aktiv ist.

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