Halbjahresbilanz
Aktienfonds brillieren

Im ersten Halbjahr des Jahres 2007 wurden Anleger mit Mut durchaus belohnt: Am erfolgreichsten unter allen zugelassenen Produkten präsentierten sich Fonds, die in Aktien investierten. Der deutsche Markt zeigte sich dabei stark und wird weiterhin hoch gehandelt. Enttäuschung gab es an anderer Stelle.

FRANKFURT. In der Halbjahresbilanz der großen Investmentfondsgesellschaften haben Aktienfonds die vorderen Plätze belegt. Den vielen ängstlichen Anlegern im Land wird damit noch einmal verdeutlicht, worin sie seit Januar hätten investiert sein sollen. Nahezu alle Aktienfondsgruppen finden sich in den ersten sechs Monaten 2007 unter den ersten 22 Rängen wieder, mit überwiegend zweistelliger Wertentwicklung. Die von Investoren favorisierten Geldmarktfonds brachten im Durchschnitt hingegen gerade mal 1,6 Prozent Ertrag, Rentenfonds machten überwiegend Minus. Dies ermittelte die Analysegesellschaft Feri Rating & Research für das Handelsblatt, die dafür mehr als 6 000 in Deutschland zum Verkauf zugelassene Fonds aus 38 Gruppen untersuchte. Die Fonds sind nach der durchschnittlichen Wertentwicklung der Fondskategorien im ersten Halbjahr geordnet. Zum Vergleich zeigt die  Tabelle außerdem die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre.

Am besten schnitten Investmentfonds mit türkischen Aktien ab, die im Durchschnitt um gut ein Viertel im Wert zulegten. Eli Koen, Manager des aktuell besten Türkei-Fonds Fortis L Fund Equity Turkey der belgisch-niederländischen Finanzgruppe Fortis, bleibt trotz aller befürchteter Volatilität rund um die vorgezogenen Parlamentswahlen in der Türkei am 22. Juli optimistisch für „viele Aktien auf diesem wenig analysierten Markt, die unter ihrem eigentlichen Wert gehandelt werden“. Mit einem knappen Abstand von rund zwei Prozentpunkten bei der Performance folgen lateinamerikanische Aktien. Mit Luiz Ribeiro von HSBC managt ein Dauergast der Ranking-Hitlisten den besten Fonds der Gruppe, den HSBC Latin America Freestyle Fund. Mit den Schwerpunkten Brasilien und Rohstoffe habe Ribeiro richtig gelegen, sagt Christian Michel, Analyst bei Feri, und lobt auch das gute Emerging-Market-Research-Team bei HSBC.

Ebenfalls mit einem durchschnittlichen Wertgewinn von fast einem Fünftel ragen die Deutschland-Aktienfonds heraus. Die starke Entwicklung im ersten Halbjahr dokumentiere die Rolle Deutschlands als Wachstumstreiber in Euro-Land, meint Michel. Der Standardwerteindex Dax kletterte mit 22 Prozent viermal so stark wie der europäische Konkurrent Euro Stoxx 50. Die Fondsgesellschaft DWS der Deutschen Bank, zu der der aktuell beste Fonds der Gruppe gehört, zeigt sich - wie viele Finanzhäuser - trotz des Kurs-Höhenflugs langfristig weiter positiv für hiesige Aktien. Die Fondsmanagerin des DWS Zürich Invest Aktien Deutschland, Susan Levermann, erwartet, dass „sich der Aufschwung nach der Sommerpause fortsetzt“. Im Fonds setzt sie stark auf Hersteller dauerhafter Konsumgüter und auf Finanzdienstleister.

Das beste Ergebnis eines Einzelfonds erreichte eine „alte Bekannte“: Die Fernost-Aktien-Expertin Anna Ho erzielte mit dem Nestor Fernost-Fonds der norwegischen DNB Nor eine Performance von knapp 46 Prozent im Halbjahr. Auch in den vergangenen fünf Jahren erreichte sie im Durchschnitt ein Plus von einem Viertel, was sie auch langfristig zu den erfolgreichsten Fondsmanagern macht. „Ho investiert stark in kleine Werte und stellt den Fonds aggressiv auf“, erklärt Michel. Anleger müssten daher mit einer relativ hohen Wertschwankung von knapp einem Fünftel leben.

Die bei Investoren beliebten kurzfristigen Fonds-Bilanzen vermitteln einen Eindruck von den Trends an den Märkten. Um die Qualität eines Investments einzuschätzen, bedarf es allerdings einer genaueren Analyse der Struktur eines Fonds und der Arbeit eines Fondsmanagers. Orientierung bieten dabei Fondsratings.

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