Handel über die Börse
Fondsbörsen locken Trader

Für den kurzfristig orientierten Anleger waren Investmentfonds bis vor kurzem völlig ungeeignet. Ausgabeaufschläge, hohe Spreads, die Handelbarkeit aber auch das Fehlen geeigneter Hebelprodukte waren bisher K.O.-Kriterien für Trader. Der Fondshandel über die Börse hat jetzt die ersten beiden Kriterien relativiert.

FRANKFURT. Auch wenn so mancher Branchen- oder Länderfonds über eine beachtliche Volatilität verfügt, waren Ausgabeaufschläge, hohe Spreads – also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs – die Handelbarkeit aber auch das Fehlen geeigneter Hebelprodukte sicherlich K.O.-Kriterien für Trader, sich mit Investmentfonds näher zu beschäftigen.

Der Fondshandel über die Börse hat die ersten beiden genannten Kriterien relativiert. Kauft der Anleger seinen Fondsanteil nicht mehr direkt von der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) sondern über eine der Börsen, entfällt der Ausgabeaufschlag – und auch der Spread ist im Zuge der Konkurrenz zwischen den Börsen mittlerweile enger geworden.

Das vielleicht wichtigste Kriterium für kurzfristiges Traden ist jedoch die Handelbarkeit. Bekommt man für eine bestimmte Stückzahl jederzeit einen handelbaren Preis? Die Börse mit der längsten Tradition im Fondshandel ist Hamburg. Inzwischen bieten aber sowohl die Börse Frankfurt als auch andere Regionalbörsen Fondshandel an. Als letzte ist im vergangenen August auch Stuttgart mit dem Segment IF-X in den Fondshandel eingestiegen. Ein Merkmal zeichnet jedoch den Fondshandel an der Börse Stuttgart im Gegensatz zu allen anderen aus. Hier gibt es einen Market-Maker, der laufend An- und Verkaufskurse stellt. Das Prinzip des Market-Making ist bereits von den verbrieften Derivaten bekannt. Kauft ein Anleger beispielsweise einen Optionsschein über die Börse, ist es irrelevant, ob für diese Wertpapierkennnummer bereits Handel stattgefunden hat, oder ob gleichzeitig ein Verkäufer bereit steht. Der Makler an der Börse „matcht“ die Kundenanfrage mit dem Briefkurs des Emittenten – er führt also Käufer und Verkäufer zusammen. Genauso funktioniert der Fondshandel im Marktsegment IF-X.

An den anderen Börsen, an denen es keinen Market-Maker gibt, kann der Makler entweder Kauf- und Verkaufaufträge von Kunden gegeneinander ausführen oder er nimmt das Risiko zunächst auf das Buch, das heißt, er führt das Gegengeschäft nicht sofort durch.

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