Handelsblatt-Umfrage unter den weltweit größten Fondshäusern
Geldverwalter kämpfen härter um gute Mitarbeiter

Die Fondsbranche ist sich einig: Die Wichtigkeit der Mitarbeiter wird von den Asset-Managern unterschätzt. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts unter den 75 wichtigsten Top-Managern der Fondsunternehmen in den USA und Europa, die insgesamt über 12 Bill. Euro verwalten.

FRANKFURT/M. Die Branche befindet zurzeit im Umbruch. Um weiter in der Spitzenliga mitspielen zu können, müssen sich die Fondsgesellschaften neu ausrichten. In jüngster Zeit verschärft sich der Wettbewerbsdruck, da die Anleger immer stärker auf Produkte mit niedrigen Gebühren setzen. Gleichzeitig steigen die Kosten etwa für Informationstechnologie. Drei Mega-Fusionen innerhalb von wenigen Wochen sind bereits eine Reaktion auf die veränderte Lage. So übernimmt beispielsweise Legg Mason die Fondssparte der Citigroup und steigt dadurch mit einem verwalteten Vermögen von 830 Mrd. Dollar in den Klub der weltgrößten Vermögensverwalter auf.

Doch die Flucht nach vorne kann auch zum Problem werden. So meint etwa Barry Bateman, Vice Chairman von Fidelity Investments, der drittgrößten Anlagegesellschaft der Welt: „Es ist schön für uns, wenn sich die Konkurrenten in Übernahmen verstricken - wir machen so etwas nicht.“ Vor allem eine Gefahr sieht die große Mehrheit der Befragten nach einer Fusion: dass die Top-Leute abwandern.

Gleichzeitig stellt Gilles Glicenstein, Chef von Paribas Asset Management, angesichts der verschärften Konkurrenz fest: „Der Kampf um gute und talentierte Fondsmanager wird härter.“ Abwerbungen sind an der Tagesordnung. Das kann für die Fondshäuser schnell zur Überlebensfrage werden: „Wenn gute Leute gehen, gehen die Kunden oft mit“, sagt Andrew Skirton, Chef der britischen Barclays Global Investors und international die Nummer zwei nach State Street Global Advisors. Der Geschäftsführer der deutschen Beratungsfirma Alpha Portfolio Advisors, Jochen Kleeberg, erkennt ein zusätzliches Problem. In seinen Analysen hat er entdeckt, dass Personalwechsel grundsätzlich die Performance in Mitleidenschaft ziehen.

Aus diesen Gründen unterstreichen über drei Viertel der vom Handelsblatt Befragten, wie wichtig es ist, die Besten des Fachs zu halten oder gar anzuziehen. Berater wie Kleeberg betrachten Beteiligungen des Schlüsselpersonals an der Firma als besten Ansatz. Die Wirksamkeit dieser Bindungen wird durch die vom Handelsblatt zusätzlichen abgefragten Zahlen zur Entwicklung des verwalteten Vermögens gestützt.

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