Harvard Stiftungsfonds
Fast sechs Prozent Rendite – und unzufrieden

Die Elite-Universität verwaltet ein Vermögen von mehr als 37 Milliarden Dollar. Die damit zuletzt erzielte Rendite stimmt die Finanzmanager jedoch unzufrieden. Denn es gibt „Konkurrenten“, die mehr reinholen.

New YorkDie Universität Harvard will die Wertentwicklung ihrer Stiftung auf Vordermann bringen. In den zwölf Monaten bis Ende Juni lag das Anlageergebnis bei 5,8 Prozent – damit hinkt es aber den kleineren „Konkurrenten“ anderer Universitäten hinterher. 

Stephen Blyth, der seit Januar als CEO den Stiftungsfonds Harvard Management leitet, kündigte in einem Brief an, er überarbeite den Rahmen für die Anlageallokation, erneuere die Prozesse für Investmententscheidungen und prüfe die Vergütungen. Mit 37,6 Milliarden Dollar hat Harvard die größte Stiftung unter den US-Universitäten.

Auch wenn das Volumen der Stiftung um 3,3 Prozent gewachsen ist, zeigt Blyth, ein ehemaliger Anleihehändler, Besorgnis im Hinblick auf die Performance. „Es zeigt sich ein stetiger Rückgang der überdurchschnittlichen Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre“, schrieb er in dem am Dienstag veröffentlichten Brief. „Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollte die Stiftung insgesamt eine anhaltend überdurchschnittliche Entwicklung zeigen.“

In den letzten Jahren konnte davon keine Rede sein. Häufig war die Stiftung der Elite-Universität das Schlusslicht unter den vornehmen und vermögenden Stiftungen der sogenannten Ivy- League-Universitäten. Auch wenn in diesem Jahr noch nicht alle Stiftungen großer US-Universitäten ihre Zahlen vorgelegt haben, haben die, die bereits berichtet haben, die Messlatte hoch gelegt. So kommt das Massachusetts Institute of Technology auf einen Ertrag von 13,2 Prozent.

In diesem Jahr liegt der mittlere Ertrag für Stiftungen mit einem Kapital von mehr als 500 Mio. Dollar bei 3,6 Prozent, schätzt Wilshire Trust Universe Comparison Service.  Die Harvard-Stiftung habe ihre Benchmark um 190 Basispunkte (1,9 Prozentpunkte) übertroffen, heißt es in ihrer Mitteilung. Über zehn Jahre kommt die Stiftung auf einen Ertrag von durchschnittlich 7,6 Prozent.

Einige kleinere Universitäten haben in diesem Jahr von Investments in Private Equity und Hedgefonds profitiert, unter anderem kam das Bowdoin College auf einen Ertrag von 14,4 Prozent. Harvard hatte dagegen mit seinem auf einen absoluten Ertrag ausgerichteten Portfolio nach Angaben von Blyth ein schwieriges Jahr und verzeichnete seit Jahresbeginn lediglich einen Ertrag von 0,1 Prozent erwirtschaftet – verglichen mit einer Benchmark von 3,5 Prozent. Unter anderem seien Verluste aus Investments in die Schiffsbranche ein Faktor gewesen, erläuterte er.

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