Hausiegene Fonds: Dachfondsmanager kaufen mehr Aktien als Renten

Hausiegene Fonds
Dachfondsmanager kaufen mehr Aktien als Renten

Gemeinhin haben Dachfonds, die ausschließlich in konzerneigene Produkte investieren, schlechtere Chancen auf eine überdurchschnittliche Wertentwicklung als Produkte, denen das gesamte Fondsuniversum offen steht. Der Grund liegt auf der Hand: Die Manager letzterer Fonds sind in ihrer Auswahl nicht beschränkt und können auf die qualitativ besten Produkte zurückgreifen, die es am Markt gibt.

HB HAMBURG. Soweit die Theorie - dass sich mit dem "In-House-Ansatz" respektable Ergebnisse erzielen lassen, zeigt der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von Feri Rating & Research in der Kategorie "Dachfonds dynamisch": So schnitt der ausschließlich in hauseigene Fonds investierende Dit-Allianz Horizont 10+ mit einem Plus von 27,92 Prozent am besten ab.

"Am stärksten haben die Engagements im Dit-Wachstum Europa, Dit-Aktien Global AF und im Dit-Energiefonds zu dem guten Ergebnis beigetragen", erläutert Christoph Metz, der den Fonds Anfang 2006 von Thomas Handte übernommen hat. Das Portfolio des Horizont 10+ setzt sich im Schnitt aus 15 bis 20 Fonds zusammen, wobei der Aktienfondsanteil bei mindestens 75 Prozent liegt. Aktuell sind es jedoch sogar 90 Prozent. "Da wir die Aussichten für die globalen Aktienmärkte weiter positiv einschätzen, werden wir diese hohe Quote vorerst beibehalten", so Metz. Der Dit-Manager erwartet für Aktien in diesem Jahr ein Wertentwicklungspotenzial von sieben bis zehn Prozent, zu seinen Branchenfavoriten gehört der Bereich Biotech und Pharma. Auf regionaler Ebene schätzt er Euroland und Japan.

Diese Einschätzung teilt auch Steffen Selbach, Leiter des Dachfondsmanagements bei der Deka. Die Gesellschaft betreut den LBBW Balance CR 75, der mit einem Wertzuwachs von 27,3 Prozent nur knapp hinter dem Klassensieger liegt (Tabelle). Im Volumenvergleich liegt der Deka-Fonds allerdings mit Abstand vorn: Er bringt mit 486 Millionen Euro 16 Mal mehr auf die Waage. Anders als Metz sind Selbach und sein Team nicht auf hauseigene Fonds beschränkt. Von dieser Freiheit machen die Deka-Manager derzeit auch großzügig Gebrauch: Rund 70 Prozent des Fondsvermögens sind in konzernfremden Produkten investiert, zu den größten Positionen gehören unter anderem der JPM Europe Equity und der Threadneedle Global Select. Größte konzerneigene Position ist der Deka Convergence Aktien - einer der wenigen Deka-Fonds, die in ihrer Vergleichsgruppe Spitzenplätze belegen.

Generell kann das Portfolio des LBBW Balance bis zu 50 Prozent Rentenfonds enthalten, doch diese Möglichkeit nutzen die Deka-Manager derzeit überhaupt nicht. Sie haben die Aktienfondsquote auf nahezu 100 Prozent hochgefahren. Selbach: "Daran wollen wir vorerst auch nichts ändern."

Claudia Lindenberg, Der Fonds

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