Hedge-Fonds
Amaranth steht kurz vor dem Ende

Der Hedge-Fonds Amaranth steht vor der Auflösung. Die Firma kündigte jetzt an, alle Auszahlungen an Investoren vorerst einzustellen, um die restlichen Vermögensteile über eine längere Zeit „mit maximalen Erlösen“ verkaufen zu können. Zuvor waren Gespräche mit der Großbank Citigroup über eine Beteiligung an dem Hedge-Fonds gescheitert.

tor NEW YORK. Die Liquidation von Amaranth wäre die größte Pleite eines Hedge-Fonds seit der Auflösung von Long Term Capital Management (LTCM) im Jahr 1998. LTCM hatte damals rund 4,6 Mrd. Dollar verloren und die Finanzwelt an den Rand einer Krise gebracht. Amaranth ist durch eine Fehlspekulation auf dem US-Gasmarkt in eine bedrohliche Schieflage geraten. Die Gesellschaft hat innerhalb einer Woche rund sechs Mrd. Dollar verloren. Das entspricht fast zwei Dritteln ihres Vermögensbestandes im August.

Der Hedge-Fonds musste anschließend weitere Vermögensteile zu Geld machen, um Zahlungsverpflichtungen gegenüber Banken zu erfüllen. Dadurch ist die Verlustquote auf knapp 70 Prozent angestiegen.

Vor einer Woche hatte Amaranth-Chef Nicholas Maounis noch versprochen, die Firma nach Auszahlung der Investoren weiterführen zu wollen. Die Flucht der Kunden hat diese Absicht offenbar zunichte gemacht. In einen Brief an seine Investoren sprach Maounis von „beträchtlichen“ Rückzahlungsforderungen.

Amaranth kündigte außerdem an, die „operativen Kosten“ herunterzufahren. Das Unternehmen mit Sitz in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut beschäftigt rund 200 Mitarbeiter. Wichtige Positionen sollen jedoch besetzt bleiben, um die Abwicklung der Vermögensverkäufe sicherzustellen.

Der tiefe Fall des Hedge-Fonds dürfte noch ein Nachspiel vor den Gerichten haben. Viele Investoren fühlen sich vom Fonds-Management düpiert, weil Amaranth die Risiken seiner Energiegeschäfte heruntergespielt haben soll. Maounis beharrte jedoch darauf, dass den Anlegern die Gefahren bekannt gewesen seien.

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