Hedge-Fonds-Anbieter müssen in Deutschland noch viel Aufklärungsarbeit leisten
Auch in der Kommunikation ist Transparenz gefragt

Hedge-Fonds sind noch neu in Deutschland. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit seitens der Anbieter ist also dringend nötig. Doch scheinen einige Anbieter ihre Kommunikationsstratgie eher darauf angelegt zu haben, möglichst hohe Absatzzahlen zu erzielen. Die Öffentlichkeitsarbeit sollte aber eher aufklären, statt bloß mit flotten Slogans um Anleger zu werben, meinen Experten.

HB DÜSSELDORF. „Chancen ohne Risiko“, „Machen Sie sich unabhängig vom Auf und Ab der Börse“ und „Rendite garantiert“ – beim Blick auf die Werbebotschaften so mancher Hedge-Fonds- Anbieter entsteht der Eindruck, das Wundermittel gegen alle Anlegersorgen sei nun endlich gefunden: Wer Hedge-Fonds ins Depot legt, hat die satte Rendite sicher. Zwar sollten die knalligen Werbe-Slogans nicht mit der allgemeinen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Industrie gleichgesetzt werden. Dennoch ist zu befürchten, dass einige Vertreter der Branche mit einer allein auf Absatz fokussierten Kommunikations-Strategie der in Deutschland noch weitgehend unbekannten Anlageart auf lange Sicht einen schlechten Dienst erweisen.

„Vergleicht man die Versprechen der Anbieter mit den realisierten Renditen in der Vergangenheit, kehrt bisweilen Ernüchterung ein“, schreibt der Branchenbeobachter Lars Jaeger von der Partners Group in einem aktuellen Beitrag. „In den Baissejahren zwischen 2000 und 2003 haben Anleger mit Hedge- Fonds zwar kein Geld verloren, statt der in Aussicht gestellten zweistelligen Renditen lag das Plus jedoch eher auf Geldmarktniveau.“ Schon drucken auflagenstarke Regionalzeitungen wie der Kölner-Stadt-Anzeiger prominent platzierte Warnungen von Verbraucherschützern, es würden zu hohe Rendite-Erwartungen geweckt, Hedge-Fonds seien für den Privatanleger zu riskant. Immer wieder ist zudem in den Medien zu lesen, dass es gar nicht genug qualifizierte Fondsmanager gebe, die neu aufgelegten Fonds zu verwalten.

Der Bedarf an Öffentlichkeitsarbeit ist groß. Eine langfristig angelegte Kommunikationsstrategie sollte dabei jedoch auch die Bedenken und Sorgen von Kritikern berücksichtigen. Kernbotschaft: Hedge-Fonds sind – sinnvoll eingesetzt – eine gute Ergänzung eines Portfolios. Wunderdinge aber sind nicht zu erwarten. Der Verweis darauf, dass selbst in der Mega-Baisse der vergangenen Jahre das investierte Kapital moderat vermehrt wurde, ist Argument genug. Verzichtbar sind überzogene Renditeversprechen, die vorwiegend aus dem grauen Kapitalmarkt bekannt sind.

Seite 1:

Auch in der Kommunikation ist Transparenz gefragt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%