Hedge-Fonds auf Schnäppchenjagd
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Hedge-Fonds bereiten sich auf eine Schnäppchenjagd vor. Im Visier haben sie Wertpapiere von Firmen, die wegen der Subprime-Krise finanzielle Probleme haben oder noch bekommen werden. Doch noch verhalten sich die Renditejäger ruhig. Sie warten auf eine größere Auswahl - und spekulieren einstweilen weiter auf fallende Kurse ihrer potenziellen Opfer.

FRANKFURT. "Alle sitzen in den Startlöchern, doch niemand wagt sich heraus", sagt ein Hedge-Fonds-Manager in New York, der die Strategie "Distressed Securities" verfolgt, es also auf finanziell angeschlagene Firmen abgesehen hat. "Niemand will der Erste sein", ergänzt Ken Kinsey Quick von Thames River Capital. Die Zurückhaltung der Finanzinvestoren begründen Experten damit, dass die Blase am Kreditmarkt entgegen vieler Prognosen bislang nicht mit einem lautem Knall geplatzt sei, sondern die Luft aus dieser Blase eher langsam entweiche. Es werde auch noch einige Zeit vergehen, bis die Luft vollends heraus sei, sagt Robert Doll, Investmentchef von Blackrock. "Wir werden noch Herabstufungen, Abschreibungen und Anzeichen einer schwächeren Konjunktur erleben", prognostiziert Doll.

Kenneth Emery von der Ratingagentur Moody?s Investors Service schätzt, dass die weltweite Ausfallquote für in Zahlungsverzug geratene Schuldner im laufenden Jahr kräftig steigen wird. Im Dezember hatte diese Rate mit 0,9 Prozent den niedrigsten Stand seit Dezember 1981 erreicht. "Wir glauben, das war der Tiefpunkt im laufenden Zyklus, da zahlreiche Emittenten jüngst ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen sind", sagt Emery. Er geht davon aus, dass die Rate Ende 2008 bei 4,8 Prozent stehen und Ende 2009 ihren historischen Durchschnitt von fünf Prozent erreichen wird.

Hedge-Fonds beobachten den Markt für "distressed debt" sehr aufmerksam. Einer Umfrage der Fondsexperten von Lipper zufolge halten mehr als 20 Prozent der befragten Manager die Strategie "distressed securities" im Jahr 2008 für die attraktivste. Nach Angaben von Hedge Fund Research haben Hedge-Fonds mit dieser Strategie 2007 im Schnitt ein Plus von 6,3 Prozent gemacht; der Gesamtindex legte dagegen 10,36 Prozent zu. Experten erwarten, dass Hedge-Fonds bei der Umsetzung von "Distressed-Strategien" zunächst weiter "short" gehen werden, also auf sinkende Werte von Anleihen und Krediten finanziell angeschlagener Unternehmen setzen werden.

Im Jahresverlauf bietet sich dann nach Meinung dieser Experten jedoch eine veränderte Strategie an. Finanziell angeschlagene Unternehmen könnten dann mit Einverständnis ihrer kreditgebenden Hausbank einer Umschuldung zustimmen. Hedge-Fonds erwerben dann Kredite mit großen Abschlägen und unterstützen die angeschlagenen Unternehmen beim Neubeginn. "Sie begleiten in einigen Fällen aktiv die Entwicklung des Unternehmens und stellen auch frisches Kapital zur Verfügung", sagt Steffen Kunkel von Credit Suisse in Frankfurt.

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