Hedge-Fonds bieten sich zur Depot-Optimierung an
Alternative Investments können Risiken senken

Mit der stärkeren Orientierung vieler Anleger an absoluten Performance-Zielen rücken Hedge-Fonds in den Mittelpunkt des Interesses, aber auch Rohstoffe und Währungen werden als Portfolioergänzung in Erwägung gezogen.

HB DÜSSELDORF. Hedge-Fonds gelten in der Regel als Anlageinstrumente, die eine geringe Abhängigkeit (Korrelation) von Anleihen und Aktien aufweisen und unabhängig von deren Performance stabile und positive Erträge erzielen. Doch gerade als die ersten deutschen Hedge-Fonds aufgelegt wurden, wiesen die meisten negative Performance-Zahlen aus. Für manche Marktbeobachter haben Hedge-Fonds deshalb ihre Existenzberechtigung im Asset-Allocation-Kontext verspielt.

Doch anders als es dieses Bild vermuten lässt - das letzte Jahr war für Hedge-Fonds nicht unbedingt außergewöhnlich. Rückblickend liegen die Verluste, welche diese Anlageklasse in der ersten Jahreshälfte erlitt, im Rahmen der historischen Erfahrung: Seit 1990 wiesen Hedge-Fonds in etwa einem Viertel aller Monate eine negative Performance von mehr als einem Prozentpunkt auf. Aus dieser Erfahrung auf eine strukturelle Verschlechterung der Hedge-Fonds-Erträge zu schließen, wäre zumindest verfrüht.

Unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile

Deshalb muss gerade jetzt berücksichtigt werden, dass der Begriff Hedge-Fonds für eine Vielzahl von Anlagetechniken, -strategien und -stile steht. Das Risiko-Rendite-Profil einzelner Strategien kann je nach Marktumfeld im Laufe der Zeit sehr unterschiedlich ausfallen. Für den Investor sind dabei vor allem zwei Aspekte wesentlich: die Korrelation der Hedge-Fonds-Quote mit den traditionellen Anlageklassen im Portfolio sowie das Ausmaß der Abhängigkeit der einzelnen Hedge-Fonds-Strategien untereinander.

Dabei sollte man sich nicht nur auf die "klassischen" Hedge-Fonds-Strategien wie etwa die so genannten Strategien Long-Short-Equity oder Merger-Arbitrage beschränken, sondern auch Währungen und Rohstoffe berücksichtigen. Letztere sind zwar in der Regel durch eine höhere Volatilität der Erträge gekennzeichnet. Aber gerade hier kann der langfristig orientierte Investor von einer risikomindernden Diversifikation profitieren. Währungsstrategien sind darauf spezialisiert, durch Termingeschäfte, also den Kauf und Verkauf von Derivaten, Kursschwankungen der Devisen und Zinsdifferenzen Gewinn bringend auszunutzen. Dabei sind einige dieser Strategien nicht nur zu traditionellen Kapitalanlagen negativ korreliert, sondern sogar zu den meisten klassischen Hedge-Fonds-Strategien.

Rohstoffe bieten Ertragschancen

Ähnlich verhält es sich mit Rohstoffen, die sich dann überdurchschnittlich entwickeln, wenn Aktien und Anleihen fallen oder die Inflation steigt. Insbesondere die starke Nachfrage aus China und Indien beflügelt die Phantasie. Zudem dürfte eine Belebung der Weltwirtschaft den Bedarf zusätzlich ankurbeln. Am erfolgversprechendsten scheinen Strategien, die breit diversifiziert das gesamte Rohstoff-Universum von Gold über Orangensaft bis hin zu Rohöl abdecken. Wer in Rohstoffe investieren möchte, aber an der Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Rostoffhausse zweifelt oder sich den Rohstoffzyklen entziehen will, sollte einen aktiv gemanagten Fonds wählen, der auch Short-Positionen einnehmen kann.

Ob klassische Arbitragestrategien, Währungen oder Rohstoffe - für die Asset Allocation stellt sich die Aufgabe, einzelne Hedge-Fonds-Strategien so miteinander zu kombinieren, dass sie zur Diversifikation eines Portfolios beitragen, ohne das Risiko zu erhöhen.

Frank Schäfer ist bei UBS Global Asset Management für den Bereich Produktentwicklung verantwortlich.

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