Hedge-Fonds
Frühling für die Branche

Hedge-Fonds gelten nach wie vor als undurchsichtige Anlagemöglichkeit. Aber auch wenn manche Details nicht bekannt sein mögen, von einer Grauzone kann nicht die Rede sein. Während Hedge-Fonds bisweilen mehr Aufmerksamkeit erregen, als eigentlich nötig wäre, steigt ihr Einfluss auf Unternehmen.

BOCA RATON. Hedge-Fonds prägen die Schlagzeilen. Die Kommentare über diese modernen Finanzinvestoren fallen in der Regel negativ aus. Ein Grund dafür ist nach wie vor darin zu sehen, dass Hedge-Fonds und ihre verschiedenen Strategien etwas Mysteriöses zu umgeben scheint. Die Wahrheit ist jedoch: Viele dieser Strategien sind für sich gesehen seit vielen Jahren bekannt. Das Besondere an Hedge-Fonds liegt vor allem in der geschickten Kombination dieser Einzelstrategien und in der Nutzung des Hebeleffektes über Derivate und Kredite.

Insgesamt ist darüber hinaus festzustellen, dass es Hedge-Fonds blendend verstehen, sehr viel Wind um sich selbst und ihre in der Tat oft spektakulär erscheinenden Transaktionen zu machen. Bei genauem Hinsehen wird indes deutlich, dass der Einfluss von Hedge-Fonds auf das Welt-Finanzsystem insgesamt überschätzt wird. Das in Hedge-Fonds investierte Kapital erreicht gerade einmal drei bis vier Prozent des Vermögens traditioneller Investmentfonds in der Welt. Und auch wenn die wirkliche finanzielle Kraft dieser modernen Finanzinvestoren durch die Nutzung von Hebeleffekten - der Inanspruchnahme von Krediten und Derivaten bei der Umsetzung ihrer Strategien - deutlich höher ist als ihr eigentliches Vermögen, gilt für die Hedge-Fonds-Branche sehr oft: "Viel Lärm um nichts."

Mark Anson, Vorstandschef der Hermes Fondsgesellschaft, glaubt zum Beispiel, dass manche Hedge-Fonds den Unternehmen, in die sie investieren, bei der Forderung nach strategischen Veränderungen mehr Wind machen als sie Nutzen bringen. Die kurzfristige Ausrichtung von Hedge-Fonds-Interessen kollidiere nicht selten mit den eher langfristig ausgerichteten Überlegungen anderer Investoren in diesen Unternehmen.

Das Verdienst moderner Finanzinvestoren wie Hedge-Fonds und Private-Equity-Unternehmen liegt vor allem darin, dass sie die Finanzmärkte liquider und damit effizienter gemacht haben. Dadurch sind die Finanzierungskosten für die Weltwirtschaft insgesamt gesunken. Darüber hinaus haben diese teils aggressiven Investoren den Unternehmen schonungslos ihre Schwächen aufgezeigt und zum Beispiel in Deutschland für eine völlig neue Unternehmenskultur gesorgt. Auch die Politik hat nach zuvor erfolgter öffentlicher Schelte inzwischen offensichtlich ein besseres Bild von diesen modernen Finanzinvestoren wie Private-Equity-Unternehmen und Hedge-Fonds.

Diese würden Arbeitsplätze schaffen und die Entwicklung von Unternehmen verbessern, erklärte Charlie McCreevy, EU-Kommissar für Finanzdienstleistungen, in dieser Woche in seiner Rede vor dem britischen Parlament. Er reagierte damit auf in den Vormonaten allgemein erhobene Vorwürfe, wonach diese aggressiven Finanzinvestoren die Unternehmen der Wirtschaft ausschlachten würden.

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