Hedge-Fonds
Hedge-Fonds: Die Skepsis bleibt

Der einst tadellose Ruf der Branche hat durch das offensichtlich betrügerische Verhalten einzelner Hedge-Fonds-Manager gelitten, das von den Fonds verwaltete Vermögen ist stark zurückgegangen. Das Vertrauen der Anleger scheint verloren. Hedge-Fonds versuchen nun, das angekratzte Image aufzupolieren.
  • 0

FRANKFURT. Die Hedge-Fonds-Branche kommt nur langsam aus dem Stimmungstief. Die Weltwirtschaftskrise hat in den Portfolios dieser Investorengruppe tiefe Spuren hinterlassen. Zudem hat der einst tadellose Ruf der Branche unter offensichtlich betrügerischen Machenschaften einzelner Hedge-Fonds-Manager gelitten. So ist das Vertrauen in Hedge-Fonds verlorengegangen. Eine Umfrage bei 20 großen globalen Kapitalsammelstellen zeigt, dass diese im Oktober 2009 nur etwa 4,4 Prozent ihres Vermögens im Bereich Alternativ-Investments (also Hedge-Fonds und Private Equity) investiert haben.

So gering war der Anteil zuletzt vor rund sieben Jahren gewesen. Wie sehr das Image der Branche bei Großinvestoren durch die Krise und die Skandale angekratzt wurde, zeigt ein Vergleich mit dem Oktober des Jahres 2008: Damals lag das in Hedge-Fonds investierte Kapital dieser Großvermögen noch bei 10,3 Prozent.

Da Erfolgsbeteiligungen die bei weitem wichtigste Einnahmequelle der Hedge-Fonds-Manager sind, hat sich das Sterben in der Branche fortgesetzt. Wer hier keine deutlich positive Rendite erzielt, überlebt nicht. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 warfen nach Angaben von Kenneth Heinz, Präsident der Hedge Fund Research Inc. in Chicago, insgesamt 668 Kapitalsammelpools das Handtuch. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2008 wurde eine Rekordzahl von 1 471 Hedge-Fonds liquidiert. Den 668 Fonds-Schließungen des ersten Halbjahres 2009 standen allerdings 330 Neugründungen gegenüber.

Das von der Branche verwaltete Vermögen ist von 1,87 Bill. Dollar Ende 2007 auf zuletzt nur noch rund 1,43 Bill. Dollar gefallen. Ein Grund dafür ist neben Verlusten der gehaltenen Vermögenswerte auch in einem massiven Kapitalabfluss enttäuschter Investoren zu sehen. Stärkere Zuflüsse sind nach Meinung von Experten zunächst nicht zu erwarten, denn Großanleger und Aufsichtsbehörden stellen inzwischen hohe Anforderungen an die Branche. "Die Anleger fordern mehr Transparenz und bessere Strukturen", sagt Kenneth Heinz. Und das erfordert wiederum hohe Investitionen in neue technologische Einrichtungen, was letztlich zulasten der Rendite geht.

Seite 1:

Hedge-Fonds: Die Skepsis bleibt

Seite 2:

Kommentare zu " Hedge-Fonds: Hedge-Fonds: Die Skepsis bleibt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%