Hedge-Fonds: Hedge-Fonds machen Jagd auf Krisenbank

Hedge-FondsHedge-Fonds machen Jagd auf Krisenbank

Die Krisenbank Monte Paschi steht im Fadenkreuz der Hedge-Fonds. Mit Leerverkäufen versucht man den Kurs der Aktien seit Tagen zu drücken. Bisher aber ohne großen Erfolg.
  • 0

LondonHedgefonds schießen sich auf die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena ein und wetten zunehmend auf fallende Aktienkurse.

Das drittgrößte Geldhaus des Landes hat Verluste aus komplexen Derivate-Geschäften von 720 Millionen Euro angehäuft und steht deswegen seit Tagen im Fokus der Finanzmärkte. Broker, die Hedgefonds Aktien für sogenannte Leerverkäufe leihen, spüren dieser Tage eine sehr hohe Nachfrage.

Bei solchen durchaus riskanten Leerverkäufen leihen sich Hedgefonds Aktien und verkaufen diese im großen Stil an der Börse. Fällt der Kurs wie von den Spekulanten gewünscht, werden die Papiere später zu einem günstigeren Preis wieder gekauft. Die Differenz bleibt den Hedgefonds als Gewinn. Nur für die Leihe muss eine Gebühr entrichtet werden. Steigt der Kurs entgegen den Erwartungen, kann der Verlust aber schnell sehr groß werden. Aktiv waren am Markt in den vergangenen Tagen unter anderem Hedgefonds aus London wie Odey Asset Management und Egerton Capital.

Wellington Management aus Boston hatte diese Strategie bereits gewählt, als die Probleme der Traditionsbank aus den Jahren 2007 bis 2009 noch nicht öffentlich bekannt waren. Bis jetzt dürften die Leerverkäufe aber noch kein sehr einträgliches Geschäft gewesen sein - es kommt immer auf den Zeitpunkt des Einstiegs an. Zwar haben die Papiere Ende Januar stark an Wert eingebüßt. Auch am Montag gaben sie nach, bis zum Vormittag um knapp vier Prozent. Sie liegen aber noch in etwa auf dem Niveau zum Jahresende 2012.

Kommentare zu " Hedge-Fonds: Hedge-Fonds machen Jagd auf Krisenbank"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote